Über 5 Millionen Euro Schadenersatz: Urteil im Tschernobyl-Bonusprozess

Am 13. Februar 2026 genehmigte das Stadtgericht Slawutytsch in der Region Kiew eine Vereinbarung über ein Schuldbekenntnis für Serhij Martynow, der im Jahr 2024 als Generaldirektor des Staatsunternehmens „Kernkraftwerk Tschernobyl“ tätig war. Er wurde der Amtspflichtverletzung für schuldig befunden, die zu Verlusten in Millionenhöhe für das Staatsunternehmen führte.

Wie aus den Unterlagen des Falls Nr. 377/1085/25 hervorgeht, unterzeichnete Martynov im Juni 2024 die Anordnung Nr. 903 über die Zahlung einer einmaligen Prämie an die Mitarbeiter in Höhe von 9,87 % des offiziellen Gehalts für die „erfolgreiche Erfüllung geplanter Aufgaben“.

Die Untersuchung ergab jedoch, dass solche Zahlungen weder im Tarifvertrag des Unternehmens noch im Branchenvertrag vorgesehen waren. Infolgedessen erlitt das Unternehmen erhebliche finanzielle Verluste.

Der Gesamtschaden belief sich auf über 5,18 Millionen Hrywnja, davon:
4.258.675 UAH – ungerechtfertigte Bonuszahlungen;
927.461 UAH – überhöhte Sozialabgaben.

Der Angeklagte bekannte sich gemäß Artikel 367 Absatz 2 des Strafgesetzbuches der Ukraine (Amtsfahrlässigkeit mit schwerwiegenden Folgen) vollständig schuldig und schloss eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht berücksichtigte eine Reihe mildernder Umstände: aufrichtige Reue, den Status als Liquidator des Tschernobyl-Unfalls von 1987, hohes Alter, keine Vorstrafen sowie eine freiwillige Spende von 100.000 Hrywnja an die Streitkräfte der Ukraine.

Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit einem Jahr Bewährungszeit.

Darüber hinaus ist es dem ehemaligen Beamten für ein Jahr untersagt, Positionen mit administrativen und wirtschaftlichen Funktionen zu bekleiden. Er ist verpflichtet, sich regelmäßig bei den Bewährungsbehörden zu melden und darf das Gebiet der Ukraine nicht ohne Genehmigung verlassen.

Der Verurteilte muss zudem über 25.000 Hrywnja an Kosten für Sachverständigengutachten tragen. Der Hausarrest wurde direkt im Gerichtssaal aufgehoben.

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