In der Ukraine wurde ein Pilotprojekt für eine telemedizinische Militärkommission (VLC) gestartet. Es betrifft Militär- und Polizeibeamte, die sich seit mehr als zwölf Monaten im Ausland in Behandlung befinden. Dies berichtete der Anwalt Roman Likhachev im ukrainischen Radio.
Laut seinen Angaben werden die Unterlagen für die bestandene VLK-Prüfung vom Kommandeur der jeweiligen Militäreinheit eingereicht. Alle Zeugnisse müssen ins Ukrainische übersetzt werden; die Kommission prüft sie anschließend innerhalb von zehn Tagen. Die Entscheidung wird der Militäreinheit mitgeteilt, und eine erneute Prüfung nach der Rückkehr des Soldaten ist nicht mehr erforderlich.
Gleichzeitig besteht derzeit Unklarheit darüber, wer die Übersetzung der zahlreichen medizinischen Dokumente bezahlen soll. „ Mir ist noch kein eindeutig festgelegtes Verfahren bekannt. Die Frage, wie und auf wessen Kosten die Dokumente übersetzt werden sollen, ist weiterhin ungeklärt “, bemerkte der Anwalt.
Likhachev erklärte, dass das neue Verfahren vor allem Fälle schwerer Erkrankungen und Verletzungen betrifft. Dazu gehören Krebserkrankungen, Augenschäden, Kopf-, Wirbelsäulen-, Nervensystem-, innere Organ- und Gliedmaßenverletzungen sowie schwere Verbrennungen. Unter solchen Umständen ist es praktisch unmöglich, eine Person zur Durchführung einer solchen Untersuchung in die Ukraine zu bringen.
Der Anwalt wies außerdem darauf hin, dass ein Soldat auch ohne Rückkehr in die Ukraine das Recht hat, gegen die Entscheidung der VLK Berufung einzulegen. Dies kann zunächst bei der regionalen, dann bei der zentralen Kommission erfolgen. Im Streitfall kann der Rechtsweg beschritten werden.
„ Ich empfehle, zunächst den Weg über die regionale und zentrale VLK zu gehen und erst dann, falls nötig, Klage einzureichen “, schloss Likhachev.

