berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf offizielle Quellen im Bundesinnenministerium.
Die Einschränkungen betreffen auch Ukrainer, die zuvor im Rahmen humanitärer Quoten in die EU einreisen konnten. Es handelt sich dabei um sogenannte „besonders schutzbedürftige Personen“, die aufgrund einer Sicherheitsüberprüfung und eines Gesprächs mit deutschen Behörden in Deutschland angesiedelt wurden. Deutschland übernimmt nun keine neuen Verpflichtungen mehr hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen, außer in Fällen, die sich im Endstadium des Verfahrens befinden.
Die Entscheidung war das Ergebnis politischer Verhandlungen zwischen den führenden Parteien des Landes – CDU, CSU und SPD. Im Koalitionsvertrag hatten die Partner bereits vereinbart, die freiwilligen Aufnahmeprogramme des Bundes für Flüchtlinge zu beenden und keine neuen ähnlichen Initiativen zu starten.
Trotzdem gelten die zuvor eingegangenen Verpflichtungen teilweise weiterhin. So hat Deutschland beispielsweise zugesagt, im Zeitraum 2024–2025 13.100 Plätze für Binnenvertriebene bereitzustellen. Bis heute hat das Programm bereits über fünftausend Menschen aufgenommen, darunter nicht nur Ukrainer, sondern auch Syrer, die gemäß dem EU-Türkei-Abkommen von 2016 umgesiedelt sind.
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist unterdessen stark gesunken. Laut der Zeitung „Welt“ ging die Anzahl der im ersten Quartal 2025 gestellten Anträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent zurück. Dies könnte auf eine Änderung der allgemeinen Flüchtlingspolitik oder einen Rückgang der Zuwanderung aus politischen Gründen hindeuten.
Berlin macht auch keinen Hehl aus seinen Bedenken hinsichtlich eines möglichen neuen Zustroms ukrainischer Flüchtlinge. Dies könnte auf Veränderungen in der US-Außenpolitik zurückzuführen sein, insbesondere auf die Kürzung der Militärhilfe für die Ukraine durch die Regierung von Donald Trump. Experten zufolge könnte dies eine neue Migrationswelle aus der Ukraine nach Norddeutschland auslösen.
Gleichzeitig ist ein Teil der deutschen Gesellschaft nicht nur über die soziale Belastung, sondern auch über die Sicherheitsrisiken besorgt. Die Kritik an Washington wächst auch in Deutschland, da das Land einen Teil seiner Goldreserven in den Vereinigten Staaten lagert und die aktuelle geopolitische Lage Fragen zu deren Sicherheit aufwirft.
Angesichts der zunehmenden Spannungen in Europa betonte Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, dass die meisten EU-Länder, darunter auch Deutschland, noch nicht auf einen möglichen Konflikt mit Russland vorbereitet seien. Seiner Ansicht nach zeige die deutsche Gesellschaft Passivität und mangelnde Bereitschaft für tiefgreifende Veränderungen.

