Die Ukraine bereitet weitreichende Änderungen im Bereich der Besteuerung von Einkünften aus Online-Plattformen vor. Das Ministerkabinett hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der Nutzer digitaler Dienste wie OnlyFans, Glovo, Uklon und Booking zur Angabe ihrer Einkünfte und zur Zahlung von Steuern verpflichten soll.
Der vom Ministerkabinett initiierte Gesetzentwurf sieht die Einführung eines speziellen Steuersystems für Nutzer digitaler Plattformen vor, darunter Kurierfahrer, Taxifahrer, Vermieter und Content-Ersteller.
Dem Gesetzesentwurf zufolge müssen Plattformnutzer, die inoffizielle Einkünfte erzielen, 10 % Steuern zahlen: 5 % Einkommensteuer und 5 % Wehrabgabe. Ein Glovo-Kurier, der beispielsweise 20.000 Hrywnja im Monat verdient, müsste demnach 2.000 Hrywnja Steuern entrichten.
Das neue Gesetz regelt auch die Einkommensdeklarationspflichten für Plattformen wie Bolt (Estland), Glovo (Spanien) und Booking (Niederlande). Der Gesetzentwurf steht teilweise im Zusammenhang mit der europäischen Integration und einer der IWF-Bedingungen, da er den automatischen Informationsaustausch zwischen den Ländern vorsieht.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Gesetz für amerikanische Plattformen wie Uber nicht gilt, da die USA das Abkommen über den automatischen Informationsaustausch nicht unterzeichnet haben.
Übersteigt das Jahreseinkommen des Plattformnutzers 5 Millionen Hrywnja, erhöht sich der Steuersatz auf 18 %, und in diesem Fall ist die Registrierung als Einzelunternehmer rentabler.
Der Gesetzentwurf umfasst ein breites Spektrum an Aktivitäten, darunter die Vermietung von Immobilien und Fahrzeugen, persönliche Dienstleistungen sowie den Verkauf von Waren über Online-Plattformen.

