Ukrainische Banken haben die Zahl der Klagen gegen Schuldner deutlich erhöht. Laut der staatlichen Justizverwaltung reichten Banken allein in diesem Jahr 100.434 Klagen ein – ein Rekordwert der letzten sieben Jahre und fast anderthalbmal so viele wie im Vorjahr. Dies berichtet „Law and Business“ unter Berufung auf Opendatabot.
Seit 2019 haben Banken insgesamt 511.865 Klagen wegen Kundenschulden eingereicht. Die PrivatBank führt weiterhin mit 191.353 Klagen. Die Universal Bank liegt mit 115.702 Klagen an zweiter Stelle, gefolgt von der A-Bank mit 60.421 Klagen. Auch die Sense Bank (25.283) und die FUIB (21.476) sind klagende Banken.
Im Jahr 2024 entfielen über 70 % aller Bankklagen auf drei Institute: Universal Bank/Mono – 28.213 Anträge, A-Bank – 22.221 und PrivatBank – 20.278. FUIB (9.225) und Sense Bank (6.831) folgen mit deutlichem Abstand.
Statistiken belegen zudem einen deutlichen Anstieg der Inkassotätigkeit einiger Banken. So erhöhte die Taskombank die Anzahl ihrer Forderungen um das 3,5-Fache, die PrivatBank um das 1,8-Fache, die Kredobank um das 1,7-Fache und die A-Bank sowie die Sense Bank um das 1,6-Fache.
Gleichzeitig reduzierten mehrere Banken ihre Prozessaktivitäten. Den größten Rückgang verzeichnete die Yunex Bank – um das Vierfache. Credit Agricole und Ukrgasbank reichten nur noch halb so viele Klagen ein.
Der Anstieg der Zahl der Bankklagen deutet auf eine aktivere Politik der Institute bei der Eintreibung von Problemkrediten hin, was sich in diesem Jahr zu einem deutlich erkennbaren Trend entwickelt.

