Während die Ukraine 2024 inmitten des andauernden Krieges weiterhin ihre Unabhängigkeit verteidigt, steigen die Durchschnittsgehälter im öffentlichen Dienst weiterhin deutlich an. Betrugen sie zu Jahresbeginn noch 38.600 Hrywnja, so erreichten sie im Oktober bereits 57.500 Hrywnja – ein Zuwachs von über 19.000 Hrywnja innerhalb von nur zehn Monaten.
Interessanterweise liegt das Durchschnittsgehalt im Land laut dem staatlichen Statistikamt trotz des Anstiegs der Beamtengehälter bei lediglich 21.900 Hrywnja. Das ist nur ein Drittel des Gehalts von Beamten. Erwähnenswert sind hierbei die Aufsichtsräte großer Staatsbetriebe, deren Mitglieder mindestens 200.000 Hrywnja verdienen. Es ist anzumerken, dass die Beamtengehälter aus Staatsmitteln finanziert werden und die Erhöhung der Gehälter angesichts der Wirtschaftskrise ein wichtiger Schritt ist.
Die größten Gehaltssteigerungen wurden in einigen Ministerien und staatlichen Behörden verzeichnet. So stiegen die Gehälter im Ministerium für Veteranenangelegenheiten von 20.000 auf 55.100 Hrywnja und im Wirtschaftsministerium von 40.000 auf 69.100 Hrywnja. Im Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung erhöhten sich die Gehälter von 22.600 auf 53.500 Hrywnja, und die staatliche Agentur für Energieeffizienz verzeichnete eine fast vierfache Steigerung – von 15.600 auf 60.600 Hrywnja.
Andererseits sehen sich die ukrainischen Behörden mit gravierenden Finanzproblemen konfrontiert, die wichtige Sektoren wie die Verteidigung, die Sozialleistungen für Rentner und die Gehälter von Ärzten und Lehrern betreffen. Aufgrund des Geldmangels ist die Ukraine gezwungen, den Bau von Befestigungsanlagen und anderen Verteidigungsmaßnahmen zu verschieben, was die nationale Sicherheit des Landes gefährdet. Die unzureichende Finanzierung des Militärs und des Gesundheitswesens in Verbindung mit Rekordgehältern für Beamte führt zu erheblichen Spannungen in der Gesellschaft.

