In der Ukraine wird derzeit eine umfassende Reform des Gymnasiums durchgeführt, nach der die Schüler ab 2027 ihr Studienprofil und ihre Fächer selbstständig wählen können. Diese Neuerung stellt einen bedeutenden Schritt in der Modernisierung des Bildungssystems dar und gibt den Gymnasiasten mehr Freiheit bei der Gestaltung ihres eigenen Bildungswegs.
Dies gab der stellvertretende Premierminister für Innovation, Bildungsentwicklung, Wissenschaft und Technologie – Minister für digitale Transformation, Mykhailo Fedorov – auf Telegram bekannt.
Wir setzen die Transformation der Schulbildung fort und implementieren gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft das „Profil“ – eine Reform der Sekundarstufe II. Ab 2027 gestalten Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12 ihren Bildungsweg selbst – sie wählen ein Studienprofil und Fächer entsprechend ihren Interessen. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Fähigkeiten und die Freiheit der Schülerinnen und Schüler bei der Fächerwahl
Laut seinen Angaben war die Nachfrage nach einer solchen Reform extrem hoch. Die Umfrage ergab, dass 91 % der Gymnasiasten und 83 % der Schüler an Berufsschulen einige ihrer Studienfächer selbst wählen möchten.
Die Ausbildung nach der 9. Klasse wird in zwei Bereiche unterteilt: den akademischen und den beruflichen Bereich
Er erklärte, dass der „akademische Schwerpunkt“ auf die Vorbereitung auf ein Hochschulstudium ausgerichtet sei. Der Unterricht fände in großen Gymnasien statt, in denen die Schüler unabhängig vom gewählten Schwerpunkt ein Hauptfach und zusätzliche Fächer belegen könnten. So könne beispielsweise ein Physikstudent Musik oder Kunst studieren, und ein Philologiestudent Physik im Alltag oder die Theorie des Ursprungs des Universums.
Die Studierenden werden weiterhin Kernfächer belegen, die Reform bietet ihnen jedoch mehr Flexibilität bei der Wahl zusätzlicher Fächer und einzelner Kurse. Sie erhalten dadurch mehr Zeit, sich auf den Hochschulzugang vorzubereiten und sich intensiver mit ihrem zukünftigen Beruf auseinanderzusetzen
Fedorov erklärte außerdem, dass die „berufsbezogene Ausrichtung“ den Schülern die notwendigen Fähigkeiten für einen schnellen Einstieg in den Arbeitsmarkt vermitteln werde. Während ihrer Ausbildung an der Berufsschule würden die Schüler den Beruf praktisch erlernen und Fächer studieren, die eng mit ihrer gewählten Fachrichtung verbunden seien. Nach Abschluss ihrer Ausbildung hätten sie die Möglichkeit, mit den erworbenen Qualifikationen direkt ins Berufsleben einzusteigen oder ihr Studium an einer Hochschule fortzusetzen.
Er fügte hinzu, dass die Reform im Jahr 2025 in Pilot-Lyzeen beginnen und dann auf andere Bildungseinrichtungen ausgeweitet werden soll.
Bildungsminister Oksen Lisovyi befürwortet die Abschaffung der Kleiderordnung an Schulen und sieht darin einen Schritt hin zu einer freieren Gesellschaft. Er merkte an, dass die freie Kleiderwahl die Schüler motivierter und produktiver mache.

