Die Ukraine setzt ihre Straffung des öffentlichen Sektors fort, indem sie die Anzahl der in ihrem Besitz befindlichen Vermögenswerte reduziert. Wirtschaftsministerin Julia Swyrdenko bestätigte, dass der Staat bereit sei, den Verkauf der Sense Bank und einer Beteiligung an Ukrnafta zu prüfen. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie, die darauf abzielt, nur strategisch wichtige Unternehmen in staatlichem Besitz zu belassen.
In der Ukraine sind derzeit sieben staatliche Banken tätig, die zusammen über 50 % des Bankenmarktes kontrollieren. Dies übersteigt die empfohlene internationale Norm von 25 % deutlich. Zu den Banken gehören unter anderem:
- PrivatBank,
- Sberbank,
- Ukreximbank,
- Ukrgasbank,
- Sense Bank,
- PIN-Bank
- Motorbank.
Eine deutliche Reduzierung dieser Liste ist jedoch geplant. Wie Premierminister Denys Schmyhal bereits erklärte, wird der Staat die Oschadbank und die Ukreximbank nicht privatisieren. Verhandlungen mit anderen Banken, insbesondere der Sense Bank, laufen bereits, und ausländische Investoren zählen zu den potenziellen Käufern.
Die Ukrgasbank weckt auch das Interesse internationaler Akteure. Bereits vor dem Krieg wurde eine Vereinbarung über den Einstieg der International Finance Corporation (IFC) mit einer 25-prozentigen Beteiligung am Kapital der Bank getroffen.
Die Modernisierung von Ukrnafta ist einer der Kernbereiche der Reform des ukrainischen Energiesektors. Laut Svyrydenko ist der Privatsektor besser in der Lage, verlustbringende Unternehmen zu sanieren. Daher erscheint der Verkauf eines Teils dieses Vermögens als logischer Schritt, um Investitionen anzuziehen und die Branche zu modernisieren.
Neben Banken und Energie prüft die Regierung auch die Möglichkeit öffentlich-privater Partnerschaften im Bereich der Hafeninfrastruktur. Insbesondere könnte einer der Schwarzmeerhäfen in Konzessionsbetrieb überführt werden. Wie Svyrydenko anmerkte, haben sowohl ukrainische als auch internationale Investoren bereits Interesse daran bekundet.

