Die Ukraine warnt vor schwerwiegenden Konsequenzen im Falle einer Absage des Dienstes freien Handel mit der EU

Kiew fordert die Europäische Union auf, das zollfreie Handelsabkommen, das am 5. Juni 2025 ausläuft, zu verlängern. Die ukrainische Regierung warnt, dass die Wirtschaft des Landes im Falle einer Kündigung „wirklich verheerende“ Folgen erleiden könnte, da Exporte in die EU fast 10 % der Deviseneinnahmen ausmachen.

Die Vereinbarung zur Abschaffung von Zöllen und Quoten auf ukrainische Exporte wurde von der EU nach dem umfassenden Einmarsch Russlands im Jahr 2022 getroffen. Sie sollte die ukrainische Wirtschaft stützen, die durch den Krieg stark unter Druck geraten war. Inzwischen haben jedoch einige EU-Mitgliedstaaten Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen dieser Maßnahme auf ihre Binnenmärkte geäußert.

Laut Financial Times hat die Ukraine Brüssel wiederholt um eine Verlängerung des Abkommens gebeten, da es von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Stabilität und die Finanzierung der Verteidigungsanstrengungen sei.

Warum ist das wichtig für die Ukraine?

Finanzminister Serhij Martschenko betonte in einem Interview mit der Financial Times:

„Die Europäische Union ist unser wichtigster Handelspartner, und deshalb wäre es für uns sehr verheerend, wenn wir uns wieder in der Situation vor dem Krieg befänden.“

Die Exporte in die EU sichern der Ukraine dringend benötigte Devisen, die zur Finanzierung des Staatshaushalts, sozialer Leistungen und militärischer Ausgaben verwendet werden. Im Jahr 2024 beliefen sich die Exporterlöse in die EU im Rahmen von „autonomen Handelsmaßnahmen“ auf fast 10 % der gesamten Deviseneinnahmen des Landes (rund 41 Milliarden US-Dollar).

Trotz ihrer strategischen Partnerschaft mit der Ukraine steht die Europäische Union unter internem Druck von Agrar- und Industrieverbänden, die eine Einschränkung des Wettbewerbs mit ukrainischen Produzenten fordern. Polen, Ungarn und die Slowakei engagieren sich besonders aktiv in diesem Bereich; dort protestieren Landwirte wiederholt gegen den Import billigerer ukrainischer Agrarprodukte.

Brüssel hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen, doch die Zeit für Verhandlungen ist begrenzt. Die Ukraine hofft, dass die EU den zollfreien Handel fortsetzt und eine der wichtigsten Säulen der wirtschaftlichen Stabilität des Landes nicht gefährdet.

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