Der kommende Winter dürfte für die Ukraine aufgrund massiver russischer Raketenangriffe, die große Teile der Energieinfrastruktur des Landes zerstört haben, schwierig werden. Experten prognostizieren bereits jetzt, abhängig von der Intensität des Beschusses und den Wetterbedingungen, längere Stromausfälle während der Heizperiode.
Bis zu 12 Stunden Ausfallzeit
Gennady Ryabtsev, leitender Forscher am Nationalen Institut für Strategische Studien, erklärte gegenüber Kanal 24 , dass Stromausfälle je nach Lufttemperatur und Tageszeit 8 bis 12 Stunden dauern könnten. Die schwierigste Lage werde in den Grenzregionen wie Charkiw, Saporischschja, Cherson und Sumy erwartet.
Auch in Großstädten wie Odessa, Dnipro und Kiew werden aufgrund der hohen Verbraucherdichte längere Stromausfälle erwartet. Kiew, als eines der Hauptziele russischer Raketenangriffe, dürfte stärker betroffen sein als andere Regionen.
Ungeplante Abschaltungen von Kernkraftwerken
Oleg Popenko, der Vorsitzende des Verbandes der Verbraucher öffentlicher Versorgungsbetriebe, merkt an, dass, wenn Russland weiterhin Umspannwerke angreift, dies zur Abschaltung von Kernkraftwerken führen könnte, was schwerwiegendere und längere Stromausfälle zur Folge hätte.
Seinen Angaben zufolge dauerten Stromausfälle in der letzten Heizperiode 2-3 Tage, jetzt können sie aufgrund schwerwiegenderer Schäden am Stromnetz und fehlender Reserven bis zu 5-6 Tage dauern, was sich auch auf die Wärmeversorgung auswirkt.
Optimistische Prognose aus der EU
Trotz pessimistischer Prognosen glaubt die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarina Maternova, dass der Winter zwar schwierig, aber nicht katastrophal werden wird. Die Ukrainerinnen und Ukrainer müssen zwar mit schwierigen Bedingungen rechnen, kritische Stromausfälle werden laut der Botschafterin jedoch vermieden.
Der Abgeordnete Serhij Nagornjak betonte außerdem, dass die Stromausfälle im Winter maßgeblich von den Temperaturbedingungen und der Intensität des Beschusses aus Russland abhängen.

