Der Vorsitzende des Ausschusses des Rates für Finanz-, Steuer- und Zollpolitik der Ukraine, Danylo Hetmantsev, warnt vor der Notwendigkeit einer Überarbeitung der Steuerpolitik des Landes aufgrund der sich bis 2025 voraussichtlich verschlechternden Haushaltslage. Er merkte außerdem an, dass eine der Optionen für staatliche Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung die mögliche Abwertung der ukrainischen Hrywnja sei.
„Leider kommen wir um eine Steuerreform nicht herum, da sich die Haushaltslage 2025 weiter verschärfen wird. Nicht nur wegen der steigenden Militärausgaben, die wir aus eigenen Mitteln decken müssen, sondern auch wegen der Unsicherheit bezüglich internationaler Hilfe. Der Bedarf der Ukraine an internationaler Finanzierung für 2025 wird auf 32 Milliarden US-Dollar geschätzt, wovon wir noch nicht wissen, wie wir 15 Milliarden US-Dollar aufbringen sollen“, sagte Hetmantsev in einem Interview.
Es werden auch Optionen zur Ausgabe oder beschleunigten Abwertung der Hrywnja und zur Umverteilung der verbleibenden Mittel aus den lokalen Haushalten in Höhe von bis zu 155 Milliarden UAH geprüft. Solche Optionen würden jedoch nur als letztes Mittel in Betracht gezogen, betonte der Vorsitzende des Ausschusses.
„Steuererhöhungen sind auch eine schlechte Entscheidung, darüber gibt es keine Diskussion, aber sie sind, sagen wir, die am wenigsten schädliche aller verfügbaren Optionen, und deshalb warten wir auf konkrete Vorschläge des Ministerkabinetts zum Thema Besteuerung“, fügte Hetmantsev hinzu.

