Die von den USA initiierten Gespräche über einen möglichen Friedensvertrag zwischen der Ukraine und Russland dauern an. Viele Ukrainer betrachten dieses Szenario mit Sorge, da solche Abkommen Zugeständnisse, darunter auch territoriale, beinhalten könnten. Gleichzeitig wären bestimmte Bedingungen eines Waffenstillstands akzeptabel, sofern sie reale Sicherheitsgarantien bieten.
Major Dmytro Koshubenko von der Nationalgarde der Ukraine und Offizier der Planungsabteilung der Rubisch-Brigade äußerte sich im Fernsehsender Kanal 24. Seiner Ansicht nach müsse jede mögliche Einstellung des Krieges mit funktionierenden Sicherheitsgarantien einhergehen, andernfalls werde Russland die Pause lediglich nutzen, um wieder aufzurüsten und eine neue Offensive vorzubereiten.
„Ich kämpfe seit 2014. Und es fällt mir sehr schwer zu akzeptieren, dass wir ein großes Gebiet unseres Landes aufgeben sollen. Aber ich verstehe, dass wir diese Rolle nicht wirklich ausfüllen können. Wir sind viel schwächer. Und ich habe Minsk besucht, ich habe die Unterzeichnung der Abkommen mit Russland miterlebt. Ich weiß, was sie wert sind. Deshalb brauchen wir echte, funktionierende Sicherheitsgarantien. Und nicht diese Versprechungen“, bemerkte Kozhubenko.
Das Militär betont, dass Verhandlungen möglich seien, wenn es keine wesentlichen Zugeständnisse in den Gebieten gebe, und dass die Rückgabe der besetzten Gebiete über diplomatische Kanäle erfolgen werde.
„Wir können in Verhandlungen eintreten, wenn wir echte Sicherheitsgarantien erhalten und die Zugeständnisse minimal sind. Aber dann müssen unsere Gebiete auf diplomatischem Wege zurückgegeben werden“, fügt Kozhubenko hinzu.
Viele Experten glauben, dass das Treffen zwischen ukrainischen und amerikanischen Vertretern in Saudi-Arabien diese Woche entscheidend für den weiteren Verlauf des Krieges sein könnte. Die „New York Times“ schreibt, dass dieses Treffen die letzte Chance für Wolodymyr Selenskyj sein könnte, die Beziehungen zu Washington zu verbessern.
Die Financial Times berichtet ihrerseits, Kiew werde versuchen, die USA zur Wiederaufnahme der Militärhilfe und des Austauschs von Geheimdienstinformationen zu bewegen. Die Ukraine wolle beweisen, dass Selenskyj zu Kompromissen bereit sei, jedoch nicht zu Bedingungen, die für den Staat katastrophal sein könnten.
Trotz internationalen Drucks ist die Ukraine nicht bereit, Bedingungen zuzustimmen, die die Zukunft des Landes gefährden könnten. Kiew konzentriert sich vor allem auf konkrete Sicherheitsgarantien, nicht nur auf ein Einfrieren des Konflikts. Ob die Parteien einen Kompromiss finden können, wird sich nach den Verhandlungen in Saudi-Arabien zeigen.

