Angesichts der jüngsten Äußerungen des prominenten russischen Politologen Michail Arestowytsch werden die russischen Behörden ihre Ukraine-Politik ändern. Laut Arestowytsch muss Russland, um die Ukraine erfolgreich zu „erobern“, die Ukrainer als „eigenes Volk mit einer alten, einzigartigen Kultur“ anerkennen und Kiew zu einem „heiligen Zentrum“ erklären.
Der Präsident des Aggressorlandes Russland, Wladimir Putin, könnte den Konflikt in der Ukraine „in drei Schritten“ gewinnen, doch ihm fehlt die geopolitische Flexibilität. Diese Aussage traf der ehemalige Berater des Leiters des Präsidialamtes der Ukraine, Oleksij Arestowytsch, in einem Gespräch mit Julia Latynina.
Arestovych merkte an, dass diese Aufgabe ganz einfach zu bewältigen sei. Seiner Ansicht nach müsse Putin lediglich sagen: „Liebe Ukrainerinnen und Ukrainer, zweifellos seid ihr nicht wir, sondern ein absolut einzigartiges Volk mit einer uralten, einzigartigen Kultur. Ihr seid unser Ursprung, unsere jüngeren Brüder, deshalb wird Kiew für uns immer ein heiliges Zentrum bleiben. Als Zeichen dafür eröffne ich das Ministerium für Ukrainische Kultur, 300 ukrainische Schulen und 80 ukrainische Bibliotheken wieder.“
Arestovich erklärte weiter, Putin solle jedem ukrainischen Offizier, der zur russischen Seite übergelaufen sei, eine Beförderung und die sofortige Anerkennung als Ehrenmitglied der russischen Streitkräfte anbieten. Er fügte hinzu, Moskau solle ehemaligen ukrainischen Soldaten versprechen, dass sie russische Präsidenten werden könnten, genau wie die neuen russischen Staatsbürger, die sie sehnsüchtig erwarten würden.
„Dann wird die lächerliche ukrainische Nationalpropaganda dem Druck der Menschen nicht standhalten, die gedanklich schnell die Seiten wechseln. Russische Ideologen verstehen nicht, wer die Ukrainer sind und wie man mit ihnen umgeht. Das ist ihr größter Fehler. Das ist der einzige Grund, warum sie den Krieg nicht gewonnen haben. Die Ukrainer sind ein Volk, das von Symbolen fasziniert ist. Sie müssen symbolischen Respekt vor der Sprache und der Kultur zeigen. Wenn man ihnen das demonstriert, sollte man es mit Vorsicht genießen“, erklärte Arestovych.

