In der Ukraine läuft die Generalmobilmachung, und damit einhergehend werden die Kontrollen zur Einhaltung der Wehrpflichtbestimmungen verstärkt. Die Werchowna Rada hat den Gesetzentwurf Nr. 12093 verabschiedet, der eine Reihe von Änderungen am Mechanismus zur strafrechtlichen Verfolgung von Wehrpflichtigen vorsieht, die gegen die Mobilmachungsgesetze verstoßen.
Das neue Gesetz sieht mehrere wichtige Neuerungen vor. Erstens wird ein Rabatt von 50 % auf die Geldbuße eingeführt, wenn man den Verstoß freiwillig zugibt und die Strafe innerhalb von 10 Tagen bezahlt. Das bedeutet, dass bei einer regulären Geldbuße von 17.000 Hrywnja die Zuwiderhandelnden mit der Hälfte – 8.500 Hrywnja – davonkommen. Die Zahlung kann über die App „Rezerv+“ oder über „Ukrposhta“ erfolgen.
Zweitens sieht das Gesetz die automatische Einstellung von Verfahren gegen diejenigen vor, die sich freiwillig zum Militärdienst melden. Wenn gegen einen Wehrpflichtigen bereits ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Wehrpflicht läuft, er aber anschließend den ukrainischen Streitkräften beitritt, werden die Geldstrafen aufgehoben und das Verfahren eingestellt.
Darüber hinaus wird der Mechanismus zur Verhängung von Geldstrafen deutlich vereinfacht. Diese können nun ohne Protokoll ausgestellt werden – es genügt, die Vorladung mit dem Vermerk „Annahme verweigert“ oder „Nicht zugestellt“ zurückzusenden. Geldstrafen können nun auch am Aufenthaltsort des Wehrpflichtigen oder am Ort seiner Inhaftierung verhängt werden. Das bedeutet, dass Wehrdienstverweigerer direkt nach ihrer Zwangsvorführung beim CCC eine Geldstrafe erhalten können.
Sollte die Geldstrafe nicht innerhalb von 30 Tagen bezahlt werden, sieht das Gesetz schließlich die Durchsetzung der Maßnahmen vor, einschließlich der Beschlagnahme der Bankkonten des Zuwiderhandelnden.
Juristen gehen davon aus, dass die beschlossenen Änderungen nicht nur die Disziplin der Wehrpflichtigen stärken, sondern auch den Mechanismus zur Kontrolle der Mobilmachung verschärfen werden. Tatsächlich wird die Umgehung der Wehrpflicht nun noch kostspieliger und die Verantwortungsübernahme deutlich schwieriger.

