In der Ukraine haben sich nach Verabschiedung des Gesetzes zur Mobilisierung von Strafgefangenen bereits über 5.000 Gefangene für den Dienst in den Streitkräften gemeldet. Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von der Zwangsmobilisierung in Russland und basiert auf Freiwilligkeit.
Wie funktioniert es?
Laut Olena Shulyak, Vorsitzende der Partei „Diener des Volkes“, umfasst die Mobilisierung von Gefangenen in der Ukraine mehrere wichtige Phasen:
- Freiwillige Zustimmung seitens des Verurteilten.
- Zustimmung der militärischen Einheit. Der Kommandeur hat das Recht, die Bewerbung abzulehnen, wenn Zweifel an der Eignung des Bewerbers bestehen.
- Bestehen einer medizinischen und psychologischen Untersuchung.
Shulyak betonte, dass die Abgeordneten mit einer Mobilisierungsressource von etwa 10.000 Personen rechneten, die für den Dienst geeignet sein könnten.
Besonders bemerkenswert ist, dass sich unter den Gefangenen, die den Wunsch geäußert haben, den ukrainischen Streitkräften beizutreten, auch Frauen befinden. Dies belegt die breite Unterstützung für die Idee der freiwilligen Landesverteidigung in verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Olena Shulyak betonte, dass die Mobilisierung in der Ukraine sich grundlegend von den in Russland angewandten Methoden unterscheidet. In der Russischen Föderation werden Gefangene zwangsmobilisiert und oft ohne angemessene Ausbildung oder Zustimmung an die Front geschickt.
„In der Ukraine geschieht dies mit der freiwilligen Zustimmung beider Parteien: sowohl des Verurteilten als auch der Militäreinheit“, bemerkte Shulyak.
Bislang liegen keine genauen Daten darüber vor, wie viele Gefangene bereits an Kampfhandlungen beteiligt waren. Wie Shulyak anmerkte, werden diese Vorgänge von den Gerichten geregelt.
Neben dem Gesetz zur Gefangenenmobilisierung erlaubte das Kabinett auch die Befreiung von Geistlichen von der Mobilmachung. Gleichzeitig merkte der ehemalige Kommandeur der US-Armee in Europa, Ben Hodges, an, dass die Frage der Rotation und Demobilisierung des Militärs eine Herausforderung darstellt, die die ukrainischen Behörden gemeinsam mit der Gesellschaft lösen müssen.

