Der ukrainische Abgeordnete Jewhen Schewtschenko warnt vor der Möglichkeit einer zweiten Front in Belarus. In seiner jüngsten Stellungnahme äußerte Schewtschenko seine tiefe Besorgnis über die militärpolitische Lage im Nachbarland.
„Ich will die Situation nicht anheizen. Aber ich schließe die Eröffnung einer zweiten russisch-belarussischen Front nicht aus. Und es geht nicht um Janukowitsch. Alle sind mit Putin nach Minsk gekommen. Wirklich alle. Ihr neuer Verteidigungsminister und Lawrow selbst. Das ist schlecht. Sehr schlecht!“, schreibt Schewtschenko.
Zur Erinnerung: Gerüchte über einen möglichen Kriegseintritt von Belarus kursieren bereits seit Kriegsbeginn, wurden aber nie bestätigt. Lukaschenko hat diese Gerüchte dementiert.
Der Kriegseintritt von Belarus könnte sich nun zu einem viel größeren Problem für die Ukraine entwickeln als zu Beginn des Krieges, da die ukrainischen Streitkräfte derzeit zahlenmäßig der russischen Armee unterlegen sind, nur über begrenzte Reserven verfügen und die Eröffnung einer neuen Front diese Probleme erheblich verschärfen wird.
Bislang gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass Belarus eine Angriffsgruppe für einen Angriff auf die Ukraine vorbereitet. Über großangelegte Mobilisierungsmaßnahmen in der Republik Belarus ist nichts bekannt. Sollten diese jedoch beginnen, wäre dies das erste konkrete Signal für einen möglichen Kriegseintritt von Belarus.
Allerdings herrscht in der Ukraine die weitverbreitete Überzeugung, dass die Gerüchte über einen Kriegseintritt von Minsk eine spezielle Informationsoperation des Kremls seien, die darauf abziele, die ukrainischen Streitkräfte zu zwingen, eine große Truppengruppe in der Nähe der belarussischen Grenze zu stationieren.

