Warum Russland im Vorfeld der US-Wahlen die Angriffe auf ukrainische Städte verstärkt

Nur noch anderthalb Monate bis zur entscheidenden US-Wahl: Laut dem Analysten Alexei Kopytko verstärkt Russland aktiv die Angriffe auf ukrainische Städte. Dies sei Teil einer Strategie, die darauf abziele, günstige Bedingungen für den russischen Wahlkampf 2025 zu schaffen.

Die Bombenangriffe auf Charkiw, Saporischschja, Sumy, Krywyj Rih und Cherson, ganz zu schweigen von den anhaltenden Angriffen auf Städte in der Region Donezk, fügen sich alle in das Muster ein, das ich vor drei Wochen skizziert habe. Vor den US-Wahlen bleibt Russland nur noch ein Argument: die Intensität der Angriffe auf Städte und das Ausmaß der Gräueltaten gegen Zivilisten zu erhöhen. Denn die ukrainischen Verteidigungskräfte leisten weiterhin Widerstand, und der Feind kann sie nicht brechen.

Nur von innen. Von hinten.

Leider gibt es kein wirksames Gegenmittel gegen diese Angriffe.

Die Teilnehmer an den amerikanischen Wahlen zeigen, dass sie sich nicht eingehend mit der ukrainischen Situation auseinandersetzen und sie zu einem wichtigen Bestandteil der Tagesordnung machen wollen.

Bis November werden definitiv nicht genügend technische Ressourcen zur Verfügung stehen. Es mag zwar Stellungnahmen und Punktverbesserungen geben. Ich hoffe, ich irre mich.

Deshalb gilt: Wo immer sich die Warnsignale nicht ignorieren lassen, sollte man sie auch nicht ignorieren. Ratschläge für den Herbst wurden bereits im Frühjahr gegeben. Wer Zeit zum Reagieren hatte, hatte Zeit. Jetzt ist es wichtig, nicht zurückzuschrecken.

Die Erfolge der Fernangriffe auf Russland sind allgemein bekannt. Die Auswirkungen der Zerstörung von Arsenalen und Munitionsdepots dürften einige Wochen nach den Vorfällen (d. h. Anfang Oktober) sichtbar werden. Sollten weitere ähnliche Erfolge eintreten, könnte der Druck an der Front leicht nachlassen.

Es bleiben noch anderthalb Monate. Sollte es den Russen nicht gelingen, die Front vor den Wahlen zu durchbrechen (selbst bei weiteren Gebietsverlusten), können sie die Ukraine-Hilfe nicht länger als amerikanisches Versagen darstellen. Und der Ton der Gespräche im November wird nicht ihren Wünschen entsprechen. Denn im November werden sowohl in den USA als auch in Europa alle wichtigen Entscheidungen für das Jahr 2025 getroffen.

Wir werden es aushalten müssen.

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