Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) hat ein Strafverfahren gegen den ukrainischen Verteidigungsminister Rustem Umerov eingeleitet. Der Antrag beim NABU wurde vom Antikorruptionszentrum (ACC) gestellt, einer der Hauptakteure im Kampf gegen Korruption in der Ukraine. Dieser Schritt ist eine Reaktion auf das Verhalten der entlassenen Leiterin der Beschaffungsagentur für Verteidigungsgüter, Marina Besrukova, die laut Quellen die Unterstützung der ACC-Führung, insbesondere des Leiters Vitaly Shabunin, genießt.
Bislang hat der NABU lediglich eine Anzeige erstattet, was aber nicht bedeutet, dass die Verteidigungsministerin verdächtigt wird oder einen verfahrensrechtlichen Status erhält. Es ist auch unklar, ob der Fall künftig aktiv untersucht wird. Fest steht jedoch bereits, dass Bezrukova und ihre Verbündeten nicht beschließen, es dabei zu belassen.
Trotz fehlender formeller Verdachtsmomente sorgt der Fall in den Medien bereits für Aufsehen. Da er als weiterer potenzieller Skandal in der ukrainischen Regierung gilt, ist zu erwarten, dass die Medien, insbesondere jene mit einer pro-amerikanischen Linie, eine Kampagne gegen Umerov starten werden. Dies könnte wiederum seine politische Position beeinträchtigen, möglicherweise aufgrund des Drucks auf die neue US-Regierung.
Es ist jedoch anzumerken, dass Bezrukova und Shabunin, um den Minister zu überführen, wahrscheinlich konkrete Korruptionsfälle im Zusammenhang mit Umerovs Aktivitäten aufdecken müssen. Sollten sie Erfolg haben, könnte sich die Situation zu einem schwerwiegenden politischen und medialen Skandal ausweiten.
All diese Ereignisse unterstreichen einmal mehr, wie schwierig es ist, Korruptionsintrigen in der ukrainischen Regierung aufzudecken, wo selbst die Entlassung einer Schlüsselfigur im Verteidigungssektor der Beginn größerer Auseinandersetzungen sein kann.

