Laut Bloomberg sind die Spenden für die ukrainische Armee in diesem Jahr deutlich zurückgegangen . Die größten ukrainischen Freiwilligenfonds geben dies an. Dem Freiwilligen Serhij Prytula zufolge muss man dreimal so viel arbeiten wie in den Vorjahren, um die gleiche Summe zu sammeln. Der Spendenrückgang beträgt 20 % bei Prytulas Fonds, 15 % bei „Return Alive“, 40 % bei „Reactive Post“ und sogar 30 % bei „Army SOS“.
Es gibt mehrere Gründe für den Rückgang der Spenden, darunter wirtschaftliche Schwierigkeiten, die durch die Energieprobleme im Land noch verschärft werden, da die Menschen aufgrund ständiger Stromausfälle Geld für Energieausrüstung ausgeben müssen. Darüber hinaus verweisen Freiwillige auf die sogenannte „Gewöhnung“ an den Krieg – manche Bürger verspüren nicht mehr dieselbe Dringlichkeit der Unterstützung für die Armee wie zu Beginn einer umfassenden Invasion.
Eine im August dieses Jahres durchgeführte Umfrage ergab, dass mehr als ein Drittel der Ukrainer zugaben, ihre Spenden im Vergleich zum Vorjahr reduziert zu haben, wodurch die Unterstützung für das ukrainische Militär gefährdet ist, obwohl Freiwillige weiterhin daran arbeiten, neue Finanzierungsquellen zu finden.
Experten sehen im Spendenrückgang ein Zeichen dafür, dass der Krieg zunehmend zum Alltag gehört und wirtschaftliche Schwierigkeiten den Wunsch, die Armee zu unterstützen, überlagern. Ob ukrainische Stiftungen die Spendenakquise wieder auf ein angemessenes Niveau bringen können, ist eine Frage der Zeit, doch die aktuelle Situation erfordert neue Ansätze und Strategien.

