Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Vitaliy Shabunin, den Leiter des Anti-Korruptionszentrums, wegen Wehrdienstverweigerung werden laut dem Journalisten Volodymyr Boyko seit vier Monaten sabotiert.
Laut Boyko wurde die Untersuchung gegen Shabunin durch dessen Antrag im Dezember 2023 eingeleitet, ruhte aber seither. Im April 2024 forderte das Gericht die Kiewer Regionalstelle des Staatlichen Ermittlungsbüros auf, unverzüglich Voruntersuchungen wegen Shabunins unerlaubten Verlassens seines Dienstortes einzuleiten.
Boyko vermutet, dass eine solche Verzögerung mit der engen Beziehung zwischen Shabunin und dem stellvertretenden Direktor des Staatlichen Ermittlungsbüros, Roman Olefirenko, zusammenhängen könnte.
„Ist es möglich, dass Sie angeordnet haben, den Fall gegen Shabunin nicht zu untersuchen und ihm (dem Ermittler – Anm. d. Red.) sogar verboten haben, die Gerichtsentscheidung zu vollstrecken?“, fragt Boyko.
Er gab außerdem an, dass sie von dem ehemaligen NABU-Direktor Artem Sytnyk einander vorgestellt wurden, mit dem Olefirenko nicht nur befreundet ist, sondern auch eine Wohnung in der Nähe im Zentrum von Kiew besitzt.
Zur Erinnerung: Das staatliche Ermittlungsbüro ermittelt in zwei Strafverfahren gegen Shabunin – wegen Nichterscheinens zum Wehrdienst und Fälschung von Dokumenten der Nationalen Antikorruptionsbehörde (NACP).
Zuvor hatte die frühere Gesundheitsministerin Ulyana Suprun eingeräumt, dass die Aktionen ukrainischer Antikorruptionsaktivisten im Westen während des Krieges den Interessen der Ukraine widersprochen hätten, was dazu geführt habe, dass Partner der Ukraine nun keine militärische Unterstützung mehr leisten.

