Am 3. Februar gedenken die orthodoxen Christen der Ukraine gemäß dem neuen Kirchenkalender des gerechten Simeon, des Gottesempfängers, und der Prophetin Anna. Dieser Tag ist mit dem evangelischen Ereignis der Begegnung des Herrn verbunden und symbolisiert Geduld, Glauben und geistliche Stärke.
Der Heiligen Schrift zufolge brachten Maria und Josef das Jesuskind am vierzigsten Tag nach seiner Geburt zum Jerusalemer Tempel. Dort begegneten sie dem älteren Simeon, dem verheißen worden war, er werde nicht sterben, bevor er den Erlöser gesehen habe. Er nahm Christus in seine Arme und wurde Zeuge der Erfüllung der Prophezeiung. Auch die fromme Witwe Hanna war Zeugin dieses Ereignisses und verkündete anschließend den Menschen die Ankunft des Messias.
Nach dem alten julianischen Kalender wird an diesem Tag der ehrwürdige Maximus der Bekenner geehrt.
Zu wem beten sie und worum bitten sie?
In ihren Gebeten an Simeon, den Gottesempfänger, und die Prophetin Anna bitten die Gläubigen zumeist um Gesundheit für Kinder und Säuglinge, da der heilige Simeon als deren Schutzpatron gilt. Sie erbitten außerdem Frieden in der Familie, Geduld und seelische Ausgeglichenheit.
Traditionen und Gebräuche des Tages
Im Volkskalender heißt der 3. Februar Pochinki. Seit jeher begannen die Menschen, sich auf die Frühjahrsfeldarbeit vorzubereiten: Sie reparierten Werkzeuge, inspizierten den Hof und planten die neue Saison. Man glaubte, ein früher Arbeitsbeginn sichere eine gute Ernte.
Zum Mittagessen bereiteten sie traditionell Salamata zu – einen dicken Brei aus Mehl oder Grütze, gewürzt mit Schmalz, Butter oder Knoblauch. Der Tag gilt auch als günstig für Einkäufe: Selbst ein kleiner Einkauf soll Wohlstand und Glück ins Haus bringen.
Was man nicht tun sollte
Die Kirche ruft dazu auf, Streit, Verleumdung, Neid, Faulheit und Verzweiflung zu meiden. Man soll anderen ihre Hilfe nicht verweigern.
Nach volkssprachlichem Glauben ist es unerwünscht, an diesem Tag Geld zu leihen und schwarze Kleidung zu tragen – dies könne Unglück heraufbeschwören.
Wetterzeichen
Unsere Vorfahren beobachteten die Natur aufmerksam, um Frühling und Sommer vorherzusagen. Man glaubte, dass:
Schnee – bis zu einem kalten, regnerischen Sommer;
Geräusche im Wald – bis zu langem Frost;
Frost an den Bäumen – bis zu einem Kälteeinbruch;
eine Katze, die am Boden kratzt – es wird einen Schneesturm geben;
lautes Zwitschern von Spatzen – der Frühling naht
So vereint der Tag von Simeon und Anna kirchliches Gedenken, Familiengebete und wirtschaftliche Traditionen und erinnert uns an die Bedeutung von Glaube, Arbeit und der Fürsorge für geliebte Menschen.

