Was Ukrainer und die Welt am 12. Januar feiern

Heute, am 12. Januar, fallen in der Ukraine gleich mehrere wichtige Tage zusammen – kirchliche, staatliche und internationale. Für Christen ist es der Gedenktag der Heiligen Tatjana, für das Land der Tag des Gedenkens an die ukrainischen politischen Gefangenen und weltweit eine Reihe inoffizieller, aber beliebter Feiertage.

Nach dem neuen Kirchenkalender der Orthodoxen Kirche der Ukraine ehren die Gläubigen am 12. Januar die heilige Märtyrerin Tatjana von Rom, die als Schutzpatronin der Frauen, Studenten und spirituell Suchenden gilt. Auch Erzbischof Sava von Serbien, eine der angesehensten Persönlichkeiten des slawischen Christentums, wird an diesem Tag gedacht. Nach dem julianischen Kalender ist heute der Gedenktag der heiligen Märtyrerin Anisia von Thessaloniki.

Im ukrainischen Kalender hat dieses Datum eine besondere, traurige Bedeutung. Der 12. Januar wird als Tag der ukrainischen politischen Gefangenen begangen. An diesem Tag im Jahr 1972 begannen die sowjetischen Behörden eine großangelegte Verhaftungswelle gegen ukrainische Intellektuelle. Wjatscheslaw Tschornowil, Wassyl Stus, Iwan Switlytschny und Dutzende weitere Vertreter der 60er-Jahre-Bewegung wurden in Kiew und Lemberg festgenommen. Ihnen wurden erfundene Verbrechen vorgeworfen und sie wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Die Idee, diesen Tag zu begehen, stammte von Wjatscheslaw Tschornowil selbst. Zu Sowjetzeiten wurde er inoffiziell von Angehörigen der Verfolgten und Dissidenten begangen. Nach Beginn des Krieges mit Russland wurde der 12. Januar auch in der Ukraine zu einem Tag der Solidarität mit den von der Russischen Föderation illegal festgehaltenen Bürgern.

Darüber hinaus werden heutzutage weltweit verschiedene inoffizielle Feiertage begangen. Dazu gehören der Marzipantag, der Hühnercurrytag, der Tag des heißen Tees, der Schreibtisch-Aufräumtag, der Tag des glutenfreien Backens und sogar der Tag, an dem man die Rothaarige küsst. Diese Tage sind eher unterhaltsamer und symbolischer Natur, aber in vielen Ländern weit verbreitet.

Im Volkskalender ist der 12. Januar als Tatjanas Tag bekannt. Viele Symbole sind mit diesem Datum verbunden. Man glaubt, dass ein reges Spatzengezwitscher baldiges Tauwetter ankündigt und ein Schneesturm einen frostigen Februar. Früher beobachtete man auch, welche Bäume am stärksten mit Schnee bedeckt waren, um die Obsternte im Herbst vorherzusagen.

Traditionell ist es an diesem Tag Brauch, sich etwas zu wünschen und eine gute Tat zu vollbringen – einem Menschen, einem Tier oder Bedürftigen zu helfen. Man glaubte, dass die Heilige Tatiana denen beisteht, die Gebet und gute Taten verbinden.

Es gibt auch Verbote. Am 12. Januar sollte man nicht streiten, andere beleidigen, geizig oder wütend sein. Im Volksglauben galt dieser Tag als Tag der Reinigung von Gedanken und Taten, weshalb Alkohol als unerwünscht angesehen wurde.

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