Der ukrainische Mietimmobilienmarkt befindet sich in einer interessanten Phase: Die Preise steigen, jedoch nicht überall gleichermaßen. Während Lwiw und Kiew weiterhin die höchsten Preise aufweisen, verzeichnen einige Städte wie Winnyzja ein rasantes Wachstum, während die Preise in Charkiw und Dnipro hingegen sinken. Was geschieht auf dem Markt und wie werden sich die Preise im Winter entwickeln?
Marktsituation
Den Daten zufolge kostet die Miete einer Einzimmerwohnung in Kiew durchschnittlich 16.500 UAH, einer Zweizimmerwohnung 22.900 UAH und einer Dreizimmerwohnung 37.500 UAH. In Lwiw sind die Preise sogar noch höher: Dort kostet die Miete einer Einzimmerwohnung durchschnittlich 17.000 UAH.
Winnyzja verzeichnete das stärkste Wachstum mit einem Plus von 29,3 % gegenüber dem Vorjahr. Auch Lwiw und Kiew weisen ein deutliches Wachstum (über 20 %) auf, während die Mietpreise in Charkiw und Dnipro um 3–4 % sanken.
Merkmale der Winterperiode:
- Sinkende Nachfrage: Die Wintermonate gelten traditionell als Nebensaison, da die Zahl der Mieter abnimmt. Im Dezember und Januar ist die Nachfrage nach Wohnungen minimal.
- Weniger Angebote: Mit sinkender Nachfrage nimmt auch die Zahl der verfügbaren Mietwohnungen ab, was die Preise stützt.
Was beeinflusst die Preise?
- Sicherheitslage. Die Nachfrage in Frontstädten wie Charkiw bleibt stabil, aber die Preise steigen aufgrund besonderer Umstände nicht.
- Infrastruktur. Gebiete mit guter Verkehrsanbindung, Neubauten und modernen Sanierungen sind deutlich beliebter. Alte Gebäude ohne angemessenen Zustand gelten als schwer verkäuflich.
- Heizperiode. Ein Generator oder alternative Energiequellen sind für Mieter immer wichtiger geworden. Wohnungen in Gebäuden ohne solche Annehmlichkeiten in den oberen Stockwerken verlieren an Wert.
Experten zufolge können die Preise je nach Lage im Land um 5–10 % schwanken. In Kiew und Lwiw dürfte sich der Trend zu moderatem Wachstum fortsetzen. In den Städten an vorderster Front hingegen könnten die Preise stabil bleiben oder sogar leicht sinken.
Kiewer Immobilienmakler raten, im Winter nach Wohnungen zu suchen, da die Nachfrage geringer ist und Vermieter eher bereit sind, zu verhandeln. Wer gewisse Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt, beispielsweise in einem hohen Stockwerk ohne Generator zu wohnen, hat gute Chancen, ein Schnäppchen zu machen.
Der Mietmarkt in der Ukraine ist weiterhin dynamisch und von vielen Faktoren abhängig, von der Infrastruktur bis zur Sicherheit. Wer einen Umzug oder eine Anmietung plant, findet im Winter oft günstige Angebote. Allerdings ist zu beachten, dass die Preise tendenziell allmählich steigen.

