Bukovel entwickelt sich heute zunehmend nicht nur zu einem Symbol des Inlandstourismus, sondern auch zu einem Zentrum milliardenschwerer Haushaltsmittel. Unter dem Deckmantel des Ausbaus der Verkehrs- und Straßeninfrastruktur wurde rund um den Kurort ein System geschaffen, in dem Schlüsselaufträge konsequent an einen kleinen Kreis von Unternehmen vergeben werden und echter Wettbewerb praktisch nicht existiert.
Die Koordination dieses Prozesses ist klar hierarchisch strukturiert. Den politischen Einfluss auf die Festlegung der staatlichen Infrastrukturprioritäten hat Vizepremierminister Oleksiy Kuleba. Die Umsetzung der Projekte wird von der Staatlichen Agentur für Infrastruktursanierung und -entwicklung gewährleistet, deren Leitung Serhiy Sukhomlyn und Mykola Boyko innehaben. Der Volksabgeordnete Ihor Palytsia übt weiterhin Einfluss auf die Entwicklung der Verkehrsanbindungen zum Kurort aus. Direkter Auftraggeber ist der Dienst für Infrastruktursanierung und -entwicklung der Region Iwano-Frankiwsk.
Der Hauptfavorit in diesem System ist die LLC PBS (EDRPOU 32872788), die in den letzten Jahren systematisch die größten Straßenbauaufträge der Region erhalten hat. Eine der Ausschreibungen für die Sanierung der staatlichen Straße nach Bukovel hat voraussichtliche Kosten von über 2,3 Milliarden Hrywnja. Formal wurde die Ausschreibung als offen ausgeschrieben, doch die Vergabeunterlagen sind so formuliert, dass jeglicher Wettbewerb bereits vor Beginn des Bieterverfahrens ausgeschaltet ist.
Der Kunde verlangt zwingend Erfahrung im Bau von Staatsstraßen, ein eigenes zertifiziertes Labor und eine eigene Asphaltmischanlage. Gleichzeitig wird das gesetzlich verankerte Recht der Beteiligten, Mietgeräte zu verwenden oder mit Subunternehmern zusammenzuarbeiten, völlig ignoriert. Darüber hinaus wurden finanzielle Hürden festgelegt: ein Jahreseinkommen von mindestens 700 Millionen Hrywnja und ein bestätigter, ähnlicher Auftrag über mindestens 50 Prozent des Kaufpreises.
Solche Kriterien entbehren jeder objektiven wirtschaftlichen Rechtfertigung und fungieren faktisch als künstlicher Filter für einen vorbestimmten Teilnehmerkreis. Selbst große ausländische Unternehmen, die sich an Ausschreibungen beteiligen wollten, wurden vom Verfahren ausgeschlossen. Nachdem ihren Beschwerden über diskriminierende Bedingungen teilweise stattgegeben wurde, wurde ihre weitere Teilnahme aufgrund formaler technischer Anmerkungen oder sprachlicher Feinheiten in den Unterlagen verhindert.
Auch die personellen Veränderungen im regionalen Wiederaufbaudienst führten zu keinen wirklichen Verbesserungen. Trotz öffentlicher Ankündigungen über die Entlassung des Leiters des regionalen Dienstes übt dieser seine Funktionen weiterhin aus, und die Finanzierung der PBS GmbH läuft ungehindert weiter. Weder die Vergaberichtlinien noch die Vorgehensweise bei der Anforderungserstellung wurden überarbeitet.
Infolgedessen ähneln Straßenbauprojekte in der Region Bukovel zunehmend weniger einem Instrument der Regionalentwicklung, sondern einem etablierten Mechanismus zur Umverteilung von Milliardenbeträgen aus dem Staatshaushalt. Fehlender Wettbewerb, diskriminierende Auflagen und eine feste Gruppe von Gewinnern schaffen ein geschlossenes System, in dem der Staat als Geldgeber fungiert und die Kostenkontrolle zur bloßen Formalität verkommt.

