Der 24. Februar wird für immer als der Tag des Beginns der russischen Invasion in die ukrainische Geschichte eingehen. An diesem Tag im Jahr 2022 starteten die Truppen des Aggressors eine offene Offensive mit dem Ziel, die ukrainische Hauptstadt einzunehmen und die Kontrolle über das Land zu erlangen. Doch der Plan einer schnellen Besetzung scheiterte – die Ukrainer vereinten sich und bewiesen der Welt ihre Unbeugsamkeit und ihren Heldenmut.
Dieses Jahr jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum vierten Mal. In vielen Städten finden Gedenkveranstaltungen zu Ehren der gefallenen Soldaten und Zivilisten statt. Zum zweiten Mal in Folge begeht die Ukraine außerdem den Nationalen Gebetstag. In den Kirchen wird für die ukrainischen Soldaten gebetet, und Geistliche halten Gottesdienste und Gedenkfeiern für die gefallenen Verteidiger ab.
Nach dem modernen orthodoxen Kalender wird am 24. Februar der ersten und zweiten Auffindung des Hauptes von Johannes dem Täufer gedacht. Gläubige bitten den Heiligen an diesem Tag üblicherweise um Heilung, Gesundheit für die Kinder, Segen für die Familie und Befreiung von schlechten Gewohnheiten. Nach dem alten Brauch wird an diesem Tag auch des heiligen Blasius von Sebaste gedacht.
Am 24. Februar werden weltweit verschiedene inoffizielle internationale Ereignisse gefeiert. Dazu gehört der Welttag der Barkeeper, der all jenen gewidmet ist, die in der Gastronomie arbeiten und Cocktails kreieren. Dieser Tag wird außerdem als Lotterietag, Tag der Koriander-Abneigung und Tag der Kastration von Haustieren begangen.
Im Volkskalender ist dieses Datum mit der Erwartung des Frühlings verbunden. Unsere Vorfahren achteten auf die Zeichen: Viele Sterne in der Nacht kündigten einen Kälteeinbruch an; strenger Frost verhieß einen warmen März; das Erscheinen von Staren galt als Zeichen des frühen Frühlings. Nasser Schnee kündigte Tauwetter an, trockener Schnee weiteren Frost. In dieser Zeit begannen die Landbesitzer, sich auf die Feldarbeit vorzubereiten, brachten die Geräte in Ordnung und backten runde Brote und Pfannkuchen als Symbole der Sonne.
Gleichzeitig gibt es auch Verbote. Im Volksglauben heißt es, dass man am 24. Februar nicht streiten, eifersüchtig sein oder übermäßig Alkohol konsumieren sollte. Es wird empfohlen, Brot mit den Händen zu brechen und nicht mit einem Messer zu schneiden. Auch das Beschneiden von Bäumen und Sträuchern wird nicht empfohlen, um die zukünftige Ernte nicht zu gefährden.
Für die Ukrainer vereint der 24. Februar somit die Erinnerung an die tragischen Ereignisse der modernen Geschichte, das spirituelle Verständnis des Krieges und Traditionen, die aus alten Zeiten bewahrt wurden.

