Am 15. Januar feiern die Ukrainer gleich mehrere wichtige Tage – kirchliche, staatliche und internationale – und gedenken gleichzeitig der Volkstraditionen, die sich im Laufe der Jahrhunderte um diesen Tag herum entwickelt haben.
Nach dem neuen Kirchenkalender der Orthodoxen Kirche der Ukraine wird an diesem Tag der heilige Paulus von Theben, einer der ersten christlichen Eremiten, geehrt. In den Kirchen finden Gottesdienste statt, in denen Gläubige um Heilung, Schutz vor bösen Mächten und dem bösen Blick sowie um Befreiung von Süchten beten. Nach altem Brauch war der 15. Januar auch mit dem Gedenken an Papst Silvester und den heiligen Seraphim von Sarow verbunden.
In der Ukraine hat dieses Datum auch eine berufliche Bedeutung. Der 15. Januar ist der Tag der Staatssicherheit der Ukraine. Die Mitarbeiter dieses Dienstes gewährleisten die Sicherheit des Präsidenten, des Premierministers, der Abgeordneten und anderer hochrangiger Beamter sowie den Schutz strategischer Einrichtungen. Die meisten Aspekte ihrer Arbeit unterliegen der Geheimhaltung, da Vertraulichkeit der Schlüssel zur Effektivität des Dienstes ist.
Außerdem wurden an diesem Tag berühmte Ukrainer geboren, darunter der Historiker und Orientalist Agatangel Krymsky, der Dichter Leonid Chernov und der Soldat der Streitkräfte der Ukraine, Wassil Hukalo.
International wird am 15. Januar der Geburtstag von Wikipedia gefeiert, der weltweit beliebtesten Online-Enzyklopädie, die täglich von Millionen Menschen genutzt wird. Gleichzeitig weisen Experten darauf hin, dass die Informationen von Nutzern erstellt werden und daher eine kritische Auseinandersetzung erfordern. Außerdem wird an diesem Tag der Welttag des Kombucha begangen, eines fermentierten Getränks auf Kombucha-Basis, das in den letzten Jahren bei Anhängern eines gesunden Lebensstils immer beliebter geworden ist. Der 15. Januar fällt zudem auf den Tag des Bagels, den Hut-Tag, den Erdbeereis-Tag und den Tag des frischen Safts.
In der ukrainischen Volkstradition galt der 15. Januar als schwieriger und sogar gefährlicher Tag. Blaue Wolken am Abend kündigten einen abrupten Wetterumschwung an, ein heller Mond starken Wind und Tauwetter oder schmelzender Schnee den Frühling. Man glaubte, dass an diesem Tag böse Geister aktiv seien, und hielt sich deshalb möglichst wenig im Haus auf. Die Häuser wurden geputzt, Fenster gewischt und Schornsteine gefegt, und die Frauen backten herzhafte Gemüsepasteten. Um die Kinder vor dem bösen Blick zu schützen, wurde ein trockener Distelzweig unter die Wiege gelegt.
Nach volkssprachlichem Glauben sollte man am 15. Januar keine wichtigen Angelegenheiten beginnen, seinen Wohn- oder Arbeitsort nicht wechseln und keine langen Reisen unternehmen. Insbesondere wurde davor gewarnt, mit Fremden zu kommunizieren – keine Geschenke von ihnen anzunehmen oder sie in sein Haus einzuladen, um keinen Unheil heraufzubeschwören.

