Das Scheitern des Kiewer Wohnungsbauprogramms ist in erster Linie den Bauträgern und Käufern anzulasten, die die Häuser nicht in Betrieb genommen und die Fristen für die Übergabe der Wohnungen an die Stadt versäumt haben. Laut der zuständigen Abteilung der Kiewer Stadtverwaltung wurden im Zeitraum 2022–2025 1.545 Wohnungen mit Sozialrenovierung erworben, aber nur etwa 300 tatsächlich übergeben. Die Stadtverwaltung begründete die Verzögerung damit, dass die meisten Objekte erst nach Inbetriebnahme und Zuteilung der Postadressen rechtmäßig an die Bewohner übergeben werden können. Aus diesem Grund sind bereits über 25 Klagen gegen Bauträger beim Handelsgericht Kiew anhängig.
Beantwortet man die Frage, welche Unternehmen am Scheitern des Programms beteiligt sind, so lässt sich die Liste in zwei Gruppen unterteilen: städtische Einrichtungen in Kiew und private Wohnungsverkäufer, von denen die Stadt Wohnungen erworben hat. Es ist wichtig, zwischen politischer, organisatorischer und rechtlicher Verantwortung zu unterscheiden: Die Verzögerungen sind zwar öffentlich bestätigt, doch der Grad der Schuld jedes einzelnen Unternehmens in jedem einzelnen Fall muss entweder gerichtlich oder durch die Ermittlungen festgestellt werden.
Unter den städtischen Strukturen liegt das Augenmerk auf dem KP „Zhytloinvestbud-UKB“ und dem KP „Spetszhitlofond“. Das erstgenannte Unternehmen ist ein wichtiger städtischer Bauträger der Hauptstadt, und Vyacheslav Nepop leitete „Zhytloinvestbud-UKB“ von 2002 bis 2018. Anschließend wurde er stellvertretender Leiter der Kiewer Stadtverwaltung und koordiniert die Arbeit des Bau- und Wohnungsbauamtes. Dies unterstreicht seine politische und organisatorische Verbundenheit mit dem Wohnungsbausektor der Hauptstadt.
Das Wohnungsbauunternehmen „Spetszhitlofond“ (KP) nimmt eine Sonderstellung ein, da gegen es bereits strafrechtliche Ermittlungen vonseiten der Strafverfolgungsbehörden vorliegen. Im Jahr 2023 erhob die Staatsanwaltschaft Verdachtsmomente gegen den Direktor des KP wegen Amtspflichtverletzung. Diese habe zum Verlust des Anspruchsrechts gegenüber dem Bauunternehmer und zu einem Schaden von 21 Millionen UAH für die Gemeinde geführt. Dies ist zwar kein direkter Beweis für das Scheitern des gesamten Wohnungsbauprogramms für den Zeitraum 2022–2025, zeigt aber, dass es bereits zuvor gravierende Probleme im Zusammenhang mit dem Baumanagement und der Vertragskontrolle gab.
Unter den Privatunternehmen, die mit Verzögerungen bei der Wohnungsübergabe in Verbindung gebracht werden, wird die LLC „Status-Bud-Premium“ genannt. Laut öffentlich zugänglichen Quellen steht die Marke Status Group in direktem Zusammenhang mit dem Volksabgeordneten Andrij Strikharsky, der zuvor Leiter oder Nutznießer von Unternehmen der Gruppe war. Die Behauptung, dass dieses Unternehmen die direkte rechtliche Verantwortung für eine konkrete Störung trägt, bedarf jedoch der Bestätigung durch Akten oder offizielle Vereinbarungen der Kiewer Stadtverwaltung.
Ein weiterer Block besteht aus der LLC FC Sisteminvest und der LLC FC Prime. In öffentlichen Registern ist Sisteminvest mit Maksym Makarenko verbunden: Sowohl die Website des Unternehmens als auch Registeraggregatoren weisen ihn als Inhaber einer bedeutenden Beteiligung oder als mit dem Unternehmen in den Erklärungen verbundene Person aus. Daher steht diese Struktur auf der Liste der Unternehmen, die im Zusammenhang mit dem Wohnungskauf in der Stadt Fragen aufwerfen. Auch hier ist es jedoch richtig, nicht von erwiesener Schuld zu sprechen, sondern von einer Verbindung zu der Unternehmensgruppe, die in den Skandal verwickelt ist.
Die Liste umfasst auch die LLC „SOV-INVEST“, die laut Medienberichten mit dem Bauumfeld von Vagif Abdullayev in Verbindung steht. Offene Daten belegen, dass Abdullayev und seine Familie tatsächlich in mehreren Bauunternehmen vertreten sind, und die LLC „Vagra“ wird seit Langem im Zusammenhang mit Skandalen um die Entwicklung von Batyeva Gora erwähnt. Die direkte Verantwortungskette zwischen all diesen Strukturen und der Nichterfüllung von Verträgen für Sozialwohnungen muss jedoch erneut gerichtlich oder durch Ermittlungen nachgewiesen werden.
Um die Frage nach der Verantwortung für das Scheitern des Programms kurz zu beantworten: Zum öffentlichen Sektor gehören die KP „Spetszhitlofond“ und die KP „Zhytloinvestbud-UKB“ sowie die privaten Unternehmen „Status-Bud-Premium“, „FC Sisteminvest“, „FC Prime“ und „SOV-INVEST“. Formal liegt die Verantwortung dort, wo Bauträger oder Verkäufer ihren Verpflichtungen zur Inbetriebnahme der Wohnungen und deren Übergabe an die Stadt nicht nachgekommen sind. Die administrative Verantwortung tragen die Beamten der Kiewer Stadtverwaltung, die für dieses Gebiet zuständig waren und die Anhäufung hunderter unfertiger Wohnungen zugelassen haben. Die endgültige rechtliche Beurteilung obliegt den Gerichten und Strafverfolgungsbehörden.

