In der Ukraine erfolgt die Wehrpflicht für über 50-Jährige grundsätzlich, allerdings ist nicht jeder in diesem Alter wehrpflichtig. Das erklärte Roman Simutin, Anwalt und ehemaliger Abgeordneter des Kiewer Stadtrats, gegenüber UNIAN.
Ihm zufolge werden Männer über 50 Jahre mobilisiert, sofern kein Grund zur Verschiebung vorliegt. Besonders häufig werden Männer mit seltenen Fachrichtungen, beispielsweise Fernmelder, einberufen. Gleichzeitig kann die Einberufung eines Wehrpflichtigen in Frage gestellt werden, wenn er gemäß den Empfehlungen des Wehrdienstprüfungsamtes (VLK) drei oder mehr Kategorien „B“ (eingeschränkt tauglich) aufweist. Dies betrifft schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie Herzerkrankungen, Hernien, Gicht usw.
Diejenigen, die nur eine oder zwei „B“-Kategorien haben, werden ohne zusätzliche Hindernisse mobilisiert.
Was die Einsatzbereiche betrifft, werden Männer über 50 in der Regel nicht zu Angriffseinheiten versetzt. Verfügen sie über militärische Erfahrung oder eine Spezialisierung, werden sie entsprechend ihrem Profil – zur Infanterie, Logistik, Sicherung, Kommunikation oder zum Sanitätsdienst – abkommandiert. Ohne Erfahrung können sie nach der Grundausbildung in Bereiche mit Personalmangel oder zu Rüstungsbetrieben versetzt werden.
Bei der Mobilisierung nach dem 55. Lebensjahr gilt das gleiche Prinzip, allerdings werden Kandidaten umso seltener berücksichtigt, je näher sie dem 60. Lebensjahr kommen, da die Dienstaltersgrenze näher rückt.

