Wer steckt hinter der Marke „Ukrainische“ Waschmittel „Ukrhimtech“?

Während im Land das Kriegsrecht gilt und die staatlichen Aufträge auf ein Minimum reduziert werden, gelingt es einigen Geschäftsleuten nicht nur zu überleben, sondern sogar zu florieren. Einer von ihnen ist Pavlo Bartkovsky, Inhaber von Unternehmen, die sich auf Reinigungs- und Desinfektionsmittel spezialisiert haben. Gleichzeitig wird er in Medienberichten als Held des „patriotischen Unternehmertums“ gefeiert, das Millionenumsätze generiert.

Laut der Publikation „Antikor“ gelang es Bartkovsky während des Krieges, Luxusimmobilien im Wert von über einer Million Dollar zu erwerben. Gleichzeitig war er in mehrere Gerichtsverfahren verwickelt und übte Druck auf ehemalige Angestellte aus, die er beschuldigte, seinen Ruf geschädigt und Waschmittelrezepte gestohlen zu haben.

Bartkovsky ist in der Chemiebranche kein Unbekannter. Sein Hauptunternehmen „Khimproekt“ ist seit 2006 im Bereich Waschmittel tätig. Danach folgte „Ukrhimtech LTD“, dann „Baroks“ (eingetragen auf den Namen seiner Mutter Valentina Bartkovsky). 2018 gründete er zusammen mit dem polnischen Staatsbürger Krzysztof Tkacz die „Mirex Group“. Eine komplexe Struktur? Umso besser. Doch in Wirklichkeit ist alles ganz einfach: ein geschlossenes System mit öffentlichen Ausschreibungen.

Die Unternehmen von Bartkovsky beliefern Ukrzaliznytsia, Naftogaz, Schulen und Kindergärten. Laut öffentlich zugänglichen Quellen gehen die Produkte auch an Myronivskyi Hliboproduct und Yatran.

Und all das wäre nichts ohne die Details, die in Gerichtsregistern und Beschaffungsverträgen auftauchen.

„Schlechte Mitarbeiter haben alles ruiniert“ – oder wie man Leute dazu bringt, 7,5 Millionen UAH für einen Posten zu zahlen

Einer der aufsehenerregendsten Fälle ist die Klage gegen den ehemaligen Mitarbeiter Oleksandr Dzyuban. Bartkovsky fordert über die Firma „Ukrhimtech“, dass die Inhalte seiner Beiträge als rufschädigend anerkannt werden und dass er 7,5 Millionen Hrywnja von ihm zurückerhält. Er argumentiert, der Beitrag habe seinem Image und damit seinem Einkommen geschadet. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Ein weiterer Fall betrifft den „Diebstahl von Rezepturen“. Bartkovsky beschuldigt drei ehemalige Mitarbeiter: den Geschäftsführer, den Vertriebsleiter und den Technologieexperten. Sie sollen die Rezepte entwendet und einem Konkurrenten gegeben haben. Im November 2022 ordnete das Gericht sogar Durchsuchungen an. Doch seither hat sich nichts getan. Das heißt, der Fall wurde entweder zu den Akten gelegt oder absichtlich verfälscht, als die Fakten nicht bestätigt wurden.

„Es ist offensichtlich, dass der Fall erledigt ist oder dass die Ermittler erkannten, dass sie durch Pavlo Bartkovskys Verleumdung in die Irre geführt wurden“, schreibt Antikor.

Ukrainische Produkte. Oder vielleicht doch nicht?

Das Markenzeichen von Bartkovskys Unternehmen ist Patriotismus. Ukrainische Produkte für Ukrainer, aus ukrainischen Komponenten – zumindest laut Website.

Unabhängigen Experten zufolge wurden einige Inhaltsstoffe für Desinfektionsmittel jedoch früher aus Russland importiert. Und in China sind sie günstiger. Jemand hat den Inhalt des Glases überprüft – das ist eine andere Geschichte.

Einflussreiche Persönlichkeiten in den Medien

Während Bartkovskys Anwälte nach „Mittätern“ suchen, zeichnen Imageberater im Hintergrund das Bild eines modernen Unternehmers. In den letzten sechs Monaten erschienen dutzende Artikel in den Medien, die sich mit Themen wie Patriotismus und ethischem Wirtschaften auseinandersetzten. Einige zitierten sogar seine Managementphilosophie.

Das öffentliche Image scheint im Geschäftsleben genauso wichtig zu sein wie Desinfektionsmittel. Und vielleicht sogar noch teurer.

Wer ist Pavlo Bartkowski?

Auf den ersten Blick wirkt er wie ein Waschmittelhersteller. Auf den zweiten Blick wie ein Spekulant mit beachtlichem Immobilienbesitz. Auf den dritten Blick ist er jemand, der während des Krieges nicht nur ein Unternehmen, sondern auch eine PR-Blase aufbaut, in der skrupellose Mitarbeiter Rezepturen stehlen, Gerichte sieben Millionen Klagen wegen Beleidigung verhandeln und Immobilien einfach so auf dem Markt landen.

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