Donald Trump könnte die Präsidentschaftswahlen im November 2024 gewinnen. Die möglichen Folgen für die Ukraine und die internationale Politik werden vom politischen Kommentator Roman Shrik auf Telegram analysiert.
Auch wenn Trumps konkreter Plan ungewiss ist, deuten seine Loyalität gegenüber Autokraten und die kritische Haltung der ihm nahestehenden Kongressabgeordneten gegenüber der Ukraine-Hilfe darauf hin, dass sich die Ereignisse nach einem bestimmten Szenario entwickeln könnten. Wahrscheinlich wird Trump die Einstellung der Ukraine-Hilfe verkünden und Putin versprechen, die Besetzung ukrainischer Gebiete zu ignorieren. Politische Beobachter sehen darin eine Art „Peitsche“ für die Ukraine und eine „Karotte“ für Putin.
Drei mögliche Szenarien
Shrike erwägt drei mögliche Szenarien:
1. Putin lehnt ab
Sollte Putin Trumps Angebot ablehnen, könnte dies den ehemaligen Präsidenten dazu bewegen, seinen Kurs zu ändern und die Waffenlieferungen und sonstige Unterstützung an die Ukraine fortzusetzen. Auch wenn diese Entwicklung unwahrscheinlich erscheint, ist sie nicht auszuschließen.
2. Putin stimmt zu, die Ukraine jedoch nicht
In diesem Fall wird der Krieg zwar weitergehen, doch ohne die Unterstützung der USA wird es für die Ukraine äußerst schwierig sein, Kampfhandlungen zu führen. Dadurch entsteht eine Situation, in der das Land erneut vor der Wahl steht: den Kampf unblutig fortzusetzen oder in Verhandlungen einzutreten.
3. Beide Parteien stimmen zu
Sollten Putin und die ukrainischen Behörden Trumps Bedingungen zustimmen, könnte dies zu einem demütigenden Frieden führen, der bis hin zur Verweigerung eines NATO-Beitritts reichen könnte. Eine solche Entscheidung würde die Moral der ukrainischen Gesellschaft schwer beeinträchtigen und zu Depressionen und innerer Instabilität führen.
Shrike merkt an, dass die EU, die europäischen Länder sowie die G7 (50 Milliarden US-Dollar) und die NATO-Staaten (40 Milliarden US-Dollar) auch bei einem für die Ukraine ungünstigen Wahlausgang weiterhin Hilfe leisten werden. Selbst wenn der amerikanische Anteil am NATO-Budget wegfällt, bleibt der Betrag beträchtlich.
Er merkt außerdem an, dass Trump, als waschechter „Dealer“, alles darauf reduzieren könnte, dass die USA zwar keine direkte Hilfe leisten, aber den Verkauf amerikanischer Waffen gegen Bezahlung erlauben werden. Das bedeutet, dass andere Länder und Fonds, wie beispielsweise Deutschland, das kürzlich drei Haymar-Gewehre erworben hat, Waffen für die Ukraine kaufen können.
Shrike kommt zu dem Schluss, dass die Ukraine im Falle eines Wahlsiegs von Trump nicht mehr viel Territorium besitzen wird.
„Im Allgemeinen werden wir im Falle eines Sieges von Trump mit hoher Wahrscheinlichkeit nur über jene Gebiete die Kontrolle haben, die wir bis Anfang 2025 zurückerobern können. Oder sogar noch weniger, wenn der Krieg ohne US-Unterstützung weitergeht.“

