Das Energieversorgungsunternehmen Kyivteploenergo hat das Verfahren zur Berechnung der Gebühren für verbrauchte Wärme präzisiert und erläutert, wie sich ungeplante Stromausfälle auf diese Berechnungen auswirken. Das Unternehmen betont, dass der entscheidende Faktor für den Wärmeverbrauch weiterhin die Lufttemperatur und nicht die Dauer der Stromausfälle ist.
In Gebäuden mit Wärmemengenzählern zahlen die Bewohner nur für die tatsächlich verbrauchten Gigakalorien, die anhand der Zählerstände erfasst werden. Fast 90 Prozent der Hochhäuser in der Hauptstadt sind mit solchen Zählern ausgestattet. Im Januar war der Wärmeverbrauch in Kiew hauptsächlich auf die Wetterbedingungen zurückzuführen. Die durchschnittliche Tagestemperatur lag bei minus 0,3 Grad, während sie im Dezember mit etwa minus 0,7 Grad höher war.
In Häusern ohne Stromzähler werden die Kosten anhand der tatsächlichen Wärmeversorgungs- und Stromausfallzeiten berechnet. Kyivteploenergo weist jedoch darauf hin, dass Stromausfälle allein den Gesamtwärmeverbrauch nicht wesentlich reduzieren. Dies lässt sich physikalisch erklären: Bei einem vierstündigen Stromausfall kühlen die Batterien und das Wasser im Gebäudekreislauf ab, die Kühlmitteltemperatur sinkt um fast die Hälfte. Nach Wiederherstellung der Stromversorgung beginnt das Haus intensiv Wärme zu gewinnen, um die ursprünglichen Systemparameter wiederherzustellen. Daher sind Einsparungen entweder nicht vorhanden oder minimal.
Bei Gebäuden, in denen die Installation von Wärmemengenzählern technisch nicht möglich ist, werden die Heizkosten anhand des Wärmebedarfs berechnet. Dabei werden die tatsächliche Anzahl der Heizstunden und die durchschnittliche monatliche Außentemperatur berücksichtigt. Im Falle eines Stromausfalls werden die firmeneigenen Daten zu Betriebsunterbrechungen der Wärmequellen, Informationen der Gebäudeverwaltung sowie Daten des Stromnetzbetreibers in die Berechnung einbezogen.
Kyivteploenergo erläuterte separat die Situation von Häusern mit einer unabhängigen Heizungsanlage mit Wärmetauscher, bei der sich das zentrale Kühlmittel nicht mit dem internen vermischt. In solchen Gebäuden wird der Heizkostenbeitrag anhand der Daten des Stromnetzbetreibers berechnet. In der Hauptstadt gibt es etwa fünfzig solcher Anlagen. Bewohner oder Hausverwalter können eine Anpassung der Gebühren beantragen, indem sie einen Antrag mit entsprechenden Angaben zu den Stromausfallstunden und dem Wärmeversorgungssystem einreichen.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Heizkosten nach einer einheitlichen, landesweiten Methode zur Verteilung des Energieverbrauchs berechnet werden. Gleichzeitig bleiben die Heizkostentarife für die Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Die Erklärungen erfolgten vor dem Hintergrund einer schwierigen Lage im Energiesektor. Letzte Woche erlebte das ukrainische Stromnetz eine der schwersten Belastungen seit dem großflächigen Stromausfall von 2022. Nach kombinierten Angriffen auf die Energieinfrastruktur vor dem Hintergrund von Frost arbeitete das System am Limit seiner Kapazität. Die Regierung stellt bereits zusätzliche Mittel für mobile Stromerzeugung in Regionen mit kritischem Bedarf bereit und erwartet verstärkte internationale Unterstützung für die Wiederherstellung des Stromnetzes.

