Vor einigen Jahren verdiente der ukrainische Geschäftsmann Dmytro Kovalenko sein Geld mit dem Handel russischer Kohle. Nun weitet er seinen Einfluss im ukrainischen Gassektor aus, indem er in das Gasfeld Maynytsia in der Region Lwiw investiert.
Laut Zolldaten war das von Kovalenko kontrollierte Schweizer Unternehmen Adelon AG im Zeitraum 2021/22 der größte Kohleabnehmer des russischen Unternehmens MelTEK und gab dafür mehr als 87 Millionen US-Dollar aus. Insgesamt, zusammen mit den Käufen von anderen russischen Lieferanten, belief sich dieser Betrag auf über 100 Millionen US-Dollar.
Interessanterweise wurde der Handel auch nach dem umfassenden Einmarsch der Russischen Föderation in die Ukraine fortgesetzt – zumindest bis August 2022.
Einstieg in die Gasproduktion
Anfang 2025 übernahm Afki Investments Ltd., im Besitz von Kovalenkos Sohn Daniil Kovalenko, die Kontrolle über 83,7 % der Navigator Maynytske LLC. Dieses Unternehmen besitzt die Lizenz zur Erschließung des Gasfelds Maynytske in der Region Lwiw.
Zuvor hatten sich namhafte ukrainische Wirtschaftsgruppen um dieses Objekt gerissen:
- Investmentbanker Igor Mazepa,
- ehemalige Volksabgeordnete Vitaly Danilov und Igor Kotvitsky.
Nach einem langjährigen Firmenkonflikt erzielten die Parteien im Januar 2025 eine Einigung, und im Februar ging das Feld in den Besitz der Kovalenko-Dynastie über.
Baut Dmytro Kovalenko ein Energieimperium auf?
Zusätzlich zur Gasförderung wurden die Kovalenkos Minderheitseigentümer des Dienstleistungsunternehmens Navigator Invest, das sich mit der Erschließung von Gas- und Ölfeldern befasst.
Das nächste Ziel? Vermutlich das Bohrunternehmen Navigator Komplekt, das bereits 16,22 % der Navigator Maynytske LLC besitzt und einer der größten Bohrbetreiber in der Ukraine ist.
Nicht nur Gas: Kovalenkos Bernsteinaffären
Schon vor dem Krieg versuchte Dmitri Kowalenko, ins Bernsteingeschäft einzusteigen.
Die verbundenen Unternehmen Granoil, Drevstectekhnologiya und Ecotechbud erhielten Genehmigungen zur Bernsteinexploration in der Oblast Schytomyr auf 450 Hektar. Doch das Geschäft kam nicht in Gang:
- "Granoil" wurde liquidiert
- „Drevstetstekhnologiya“ – geht bankrott,
- "Ekotechbud" verklagt die Generalstaatsanwaltschaft wegen der Annullierung der Genehmigungen.
Das einzige bedeutende Grundstück, das sich noch im Besitz von mit Kovalenko verbundenen Unternehmen befand, ist „Yelne“ in der Region Riwne (516,43 Hektar). Es wurde 2023 von der Firma „Electron Stone“ für 6,58 Millionen UAH ersteigert.
Interessantes Detail:
- Der Eigentümer von Electron Stone ist Jewgeni Klymenko.
- Eine Person mit demselben vollständigen Namen ist Miteigentümerin der Kohleunternehmen „Shakhterskaya“ und „Anthracite“, die in den besetzten Gebieten der LDVR tätig sind.
Dmitri Kowalenko hat sich in den letzten Jahren vom Handel mit russischer Kohle zur Kontrolle von Gas- und Bernsteinvorkommen in der Ukraine entwickelt. Seine Geschäftsinteressen expandieren, und nun beutet er nicht nur die ukrainischen Bodenschätze aus, sondern kann auch erheblichen Einfluss auf den Energiemarkt und die Bergbauindustrie gewinnen.
Dies wirft ernsthafte Fragen hinsichtlich der Herkunft des Kapitals, Kovalenkos Verbindungen zu russischen Finanzströmen und der möglichen Nutzung ukrainischer Energieanlagen für Geldwäschepraktiken auf.

