Angesichts der wahrscheinlichen Abwertung der Hrywnja stehen Ukrainer vor der Frage, wie sie ihre Ersparnisse am besten schützen und vermehren können. Experten warnen, dass die letzte Phase der Stabilität am Devisenmarkt bald vorbei sein könnte, weshalb es umso wichtiger ist, fundierte Finanzentscheidungen zu treffen.
Eine Alternative zur Währung: Investitionen in Autonomie
Andrij Zablowski, Leiter des Sekretariats des Unternehmerrats beim Ministerkabinett, empfiehlt, nicht nur in Währungen zu investieren, sondern auch in Maßnahmen zur Sicherung der Autonomie im Haushalt, insbesondere in Ladestationen, Heizkessel oder Generatoren. Dies ist angesichts möglicher Probleme im Energiesektor relevant. „Dollars heizen das Haus nicht“, so Zablowski, „aber eine Ladestation oder ein Generator können in Krisenzeiten eine sinnvolle Investition sein.“
Dollar-Bargeld: Langfristige Verlässlichkeit
Der Finanzanalyst Andriy Shevchyshyn betont, dass US-Dollar in bar weiterhin ein attraktives Mittel zur Geldanlage darstellen, insbesondere für die langfristige Aufbewahrung. Laut Shevchyshyn ist die Währung hochliquide und bei Bedarf leicht zugänglich, was ihr bei Befürwortern von Bargeld zusätzliches Gewicht verleiht. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um US-Dollar zu kaufen“, so Shevchyshyn. Er merkt an, dass US-Dollar in bar dazu beitragen können, Risiken im Zusammenhang mit einer möglichen Abwertung der Hrywnja zu vermeiden.
Hrywnja-Anleihen: hohe Zinssätze und günstige Konditionen
Oleg Pendzin, Mitglied des Wirtschaftsdiskussionsklubs, empfiehlt Ukrainern, sich auf ukrainische Staatsanleihen zu konzentrieren. Er weist darauf hin, dass Anleihen mit einer Laufzeit von drei bis sechs Monaten attraktive 15 % Rendite pro Jahr bieten, was die Rendite herkömmlicher Einlagen übertrifft. Zudem sind die Gewinne steuerfrei, was Staatsanleihen zu einer lukrativen Option für alle macht, die von der langsamen Abwertung der Hrywnja profitieren möchten.
Einlagen: Zuverlässigkeit der Hrywnja und neue Steuerbedingungen
Dmytro Zamotayev, Leiter des Privatkundengeschäfts der Globus Bank, hebt die Beliebtheit von langfristigen Einlagen mit hohen Zinsen hervor. Trotz der Erhöhung des Wehrdienstbeitrags auf 5 % ist die Gesamtsteuer auf Einlagen auf 23 % gestiegen. Dies gilt nicht für Einlagen von Militärangehörigen, hat aber keine Auswirkungen auf die Zinsen. Die durchschnittlichen Zinssätze erreichen 13 % pro Jahr und sind in einigen Programmen sogar bis zu 15 %. Dies bietet langfristigen Anlegern eine verlässliche Absicherung ihrer Hrywnja-Ersparnisse.
Was nun tun? Ratschläge für Ukrainer
Experten raten dazu, alle Optionen sorgfältig abzuwägen, da Währungsschwankungen Finanzpläne beeinflussen können. Analysten empfehlen insbesondere, nicht übereilt Währungen zu verkaufen, in der Erwartung, dass der Dollar bis Jahresende an Wert gewinnen wird. Wer stattdessen in die Landeswährung investieren möchte, findet in OVDP-Anleihen oder hochverzinslichen Einlagen eine sichere Wahl.

