Wie man Charkiw rettet: Europa kennt das Rezept, hat aber Angst, Russland zu verärgern

Es ist klar, was zu tun ist, um den barbarischen Beschuss von Charkiw zu verhindern, schreibt der Militäranalyst Oleksiy Kopytko. Alles, was dazu nötig ist, sind westliche Waffen und der politische Wille der Verbündeten, die verstehen müssen, dass Charkiw auch zu Europa gehört.

Im Jahr 2022 zählte Charkiw gemessen an der offiziell registrierten Einwohnerzahl zu den 20 größten Städten Europas – mit über 1,4 Millionen Einwohnern. Die tatsächliche Einwohnerzahl lag jedoch eher bei 2 Millionen.

Unter den europäischen Städten, die keine Hauptstädte sind, waren nur Istanbul, St. Petersburg, Hamburg, Barcelona und München größer als Charkiw. Tatsächlich lag Charkiw zwischen München und Mailand.

Wenn Russland auf Charkiw schießt, versuche ich mir den Moment des Vergleichs in Erinnerung zu rufen, um die Situation besser zu verstehen. Denn Charkiw ist unverständlich, Barcelona hingegen verständlich.

Wenn man also die Linie, auf der die Flüge stattfanden, auf der Karte markiert, dann könnte mindestens ein Drittel von Charkiw (Barcelona, ​​Mailand, München) vom Territorium der Russischen Föderation aus ohne den Einsatz von Marschflugkörpern/ballistischen Raketen in Schutt und Asche gelegt werden.

Die Munition, mit der Russland in Charkiw Kinder töten will, ist zwar noch primitiv, hat aber eine größere Zerstörungskraft als die S-300 und – was am wichtigsten ist – kann in kurzer Zeit (Monaten) in kommerziellen Mengen hergestellt werden.

Die Neutralisierungsmaßnahmen sind klar. Erstens Angriffe auf Raketenwerfer auf russischem Territorium. Zweitens Mittel gegen die russische taktische Luftwaffe. Unsere Partner verfügen über ausreichend Material beider Art. Darüber hinaus wurden einige dieser Mittel bereits an die ukrainische Armee übergeben und von ihr eingesetzt, ihr Einsatz auf russischem Territorium ist jedoch verboten.

Es handelt sich um eine politische Entscheidung. Wer sich einer solchen Entscheidung entzieht, hilft dem Kreml bei der Zerstörung Charkiws und provoziert Unruhen in Europa.

Das wird damit enden, dass russische Bomben auf Städte in der EU und der NATO fallen. Denn der Kreml verbessert seine Waffensysteme unter Kampfbedingungen, während die westlichen Länder ratlos dastehen. Und Angst zu schüren ist für den Kreml die beste Provokation.

Wenn Putin eine der größten Städte Europas ungestraft zerstören kann, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er beschließt, noch weiter zu gehen.

QUELLENFOKUS
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