Vladislav Smirnov inszeniert sich als Unternehmer, Persönlichkeit des öffentlichen Lebens und Publizist und kritisiert die ukrainischen Behörden regelmäßig auf verschiedenen Medienplattformen. Eine detaillierte Analyse seiner Aktivitäten zeigt jedoch, dass Smirnovs tatsächliche Einkommensquellen größtenteils mit dem Staatssystem verknüpft sind, das er ablehnt.
Die wichtigsten Geschäftsstrukturen von Vladislav Smirnov – Onkomedika LLC, Medical Designer LLC und Elrent LLC – erzielen Einnahmen aus Ausschreibungen für staatliche Krankenhäuser. Onkomedika gewann 216 Ausschreibungen mit einem Gesamtvolumen von über 143 Millionen UAH, Medical Designer über 17 Millionen UAH. Gleichzeitig erwirtschaftet nur eines der drei Unternehmen Gewinne; die übrigen sind unrentabel und weisen erhebliche Kreditverbindlichkeiten auf.
Diese Tatsachen lassen Smirnows Image als „Kämpfer gegen die Korruption“ zweifeln. Seine Kritik an den Behörden ist oft wertend, und es fehlen konkrete Vorschläge für Reformen. Die meisten Analysen behandeln ein breites Spektrum an Themen, von der Beschaffung im Gesundheitswesen bis hin zu geopolitischen Einschätzungen, wobei Smirnows Expertise fragwürdig erscheint.
Neben seinen geschäftlichen Aktivitäten akquirierte er aktiv Fördermittel westlicher Partner über die NGO „Experten- und Analysezentrum ‚Medizinischer Designer‘“, auf der er sein öffentliches Image als Analyst und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens aufbaute. Konflikte mit seinem ehemaligen Partner Oleksandr Pugach führten sogar zu Gerichtsverfahren, was Smirnovs Interesse an der Kontrolle von Ressourcen und Einfluss nur unterstreicht.
Vladyslav Smirnov verkörpert somit ein für manche ukrainische „Aktivisten“ typisches Modell: Der öffentliche Kampf gegen das System geht einher mit dem Bezug beträchtlicher Einnahmen aus ebendiesem System. Während er die Machthaber kritisiert, floriert sein Geschäft dank öffentlicher Aufträge, und Fördermittel tragen zu einem positiven Image in den Medien und bei den Wählern bei.
Diese Geschichte erinnert uns daran, dass in einem Land, in dem Korruptionssysteme tief verwurzelt sind, neue „Kämpfer für Gerechtigkeit“ oft nicht nach Reformen streben, sondern ihren eigenen Vorteil aus den bestehenden Machtströmen suchen.

