In der Ukraine verbessern Betrüger ständig ihre Täuschungsmethoden und passen sie den neuesten Technologien an. Laut Anna Dovgalska, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Globus Bank, eignen sich Kartenbetrüger Innovationen, insbesondere künstliche Intelligenz (KI), schnell an und nutzen psychologische Techniken, um Menschen zu manipulieren.
Einer der Haupttrends beim Kartenbetrug im Jahr 2025 ist der Einsatz von KI. Betrüger erstellen insbesondere Deepfakes – gefälschte Videos, in denen sie Gesichter, Stimmen und sogar Gesichtsausdrücke von Personen verändern. Solche Videos werden häufig verwendet, um Bürger zu täuschen, beispielsweise um gefälschte Aussagen von Beamten über angebliche Sozialleistungen zu verbreiten. Dadurch können Betrüger Menschen irreführen und sie dazu bringen, falschen Anweisungen zu folgen.
Darüber hinaus nutzen Betrüger altbekannte Methoden und passen sie den Umständen des Krieges an. Sie organisieren gefälschte Spendenaktionen „für das Militär“, „für Drohnen“ oder „für Autos“, die nie ihrem eigentlichen Zweck dienen. Ziel solcher Betrugsmaschen ist es lediglich, Geld zu sammeln und spurlos zu verschwinden, sodass die Opfer ohne Unterstützung zurückbleiben. Ein neuer Trend ist jedoch auch die Nutzung von „Miet“-Modellen für Karten und persönliche Daten. Betrüger schaffen Situationen, in denen Menschen freiwillig ihre Karten und den Zugang zu ihren Konten herausgeben und dafür eine Belohnung erhalten. Auch dies ist illegal, und solche Maschen beinhalten oft Kryptowährungen, um die Nachverfolgung zu erschweren.
Social Engineering ist eine weitere Methode, die zwar nicht neu ist, aber in letzter Zeit an Popularität gewonnen hat. Betrüger manipulieren Menschen, indem sie Dringlichkeit vortäuschen. Ein häufiges Beispiel sind Anrufe, die scheinbar von Bankmitarbeitern stammen und in denen die Betrüger nach vertraulichen Informationen wie Kartendaten oder Passwörtern fragen. Diese Masche nahm 2024 um 12 % zu, da die Betroffenen oft emotional beeinflusst sind und den Betrug nicht erkennen.
Um sich vor Betrügern zu schützen, sollten Sie einige einfache Regeln beachten. Überprüfen Sie zunächst sorgfältig die URL der Webseite, auf der Sie Ihre Zahlungsdaten eingeben. Die Webseite sollte mit „https://“ beginnen und offiziell sein. So vermeiden Sie Phishing-Angriffe über gefälschte Webseiten. Reagieren Sie nicht auf Anrufe oder Nachrichten, in denen nach vertraulichen Informationen gefragt wird. Offizielle Organisationen fragen niemals telefonisch oder per E-Mail nach solchen Daten.
Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt ist die Verwendung individueller Passwörter für jedes Konto. Ein gutes Passwort sollte mindestens 12 Zeichen lang sein und Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen enthalten. Darüber hinaus trägt die regelmäßige Aktualisierung der Software auf Smartphones und Computern zur Sicherheit bei, da neuere Betriebssystemversionen weniger anfällig für Angriffe sind.
Eine der besten Möglichkeiten, sich zu schützen, ist die Multi-Faktor-Authentifizierung. Sie bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene für Ihre Konten, Karten und Bankkarten. Mit dieser Methode können Sie sich zuverlässiger vor Konto-Hacking schützen.
In der digitalen Welt ist eine Zahlungskarte vergleichbar mit einem Reisepass, da viele persönliche Daten damit verknüpft sind. Daher ist es wichtig, den Schutz Ihrer Daten genauso sorgfältig zu behandeln wie den Ihres eigenen Reisepasses. Angesichts der zunehmenden Betrugsfälle in der Ukraine muss jeder Nutzer seiner Cybersicherheit mehr Aufmerksamkeit schenken und sein Wissen in diesem Bereich stetig erweitern.
In den meisten Fällen können Betrüger Ihr Geld nicht ohne Ihre Zustimmung stehlen. Deshalb ist es wichtig, vorsichtig zu sein und sich der heutigen digitalen Risiken bewusst zu sein.

