Harnsteine sind längst kein reines Erwachsenenproblem mehr. Sie werden zunehmend auch bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Die Gründe dafür liegen nicht nur in der Vererbung, sondern auch im modernen Lebensstil. Unzureichende Flüssigkeitszufuhr, ungesunde Ernährung, ein übermäßiger Konsum von Salz und Zucker sowie chronischer Bewegungsmangel schaffen ideale Bedingungen für die Bildung von Nierensteinen.
Ärzte betonen: Vorbeugung liegt in einfachen, alltäglichen Dingen. An erster Stelle steht die Flüssigkeitszufuhr. Bleibt der Urin den ganzen Tag über dunkelgelb, nimmt der Körper nicht genügend Flüssigkeit auf. Regelmäßiger Konsum von sauberem Wasser ist der beste Weg, Risiken zu reduzieren. Für die meisten Erwachsenen sind mindestens acht Gläser Wasser pro Tag empfehlenswert.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Kalzium. Es ist ein Irrglaube, dass Kalzium die Bildung von Nierensteinen begünstigt. Tatsächlich trägt ein Kalziummangel zur Ansammlung von Oxalsäuresalzen bei, die in den Nieren kristalline Strukturen bilden. Daher ist es wichtig, nicht auf Milchprodukte zu verzichten und Vitamin D, das die Kalziumaufnahme fördert, nicht zu vernachlässigen.
Ärzte raten zu besonderem Vorsicht beim Verzehr oxalatreicher Lebensmittel. Dazu gehören Rote Bete, Sauerampfer, Sellerie, Erdbeeren und Schokolade. Übermäßiger Konsum dieser Lebensmittel, insbesondere in Kombination mit Flüssigkeitsmangel, kann negative Folgen haben. Auch eine hohe Vitamin-C-Zufuhr kann diesen Effekt haben – im Körper wird sie teilweise in Oxalate umgewandelt.
Zu viel Salz in der Ernährung ist ein weiterer Risikofaktor. Salz belastet die Nieren. Die optimale Tagesdosis sollte fünf Gramm nicht überschreiten. Ebenso wichtig ist es, den Zuckerkonsum, insbesondere den von Fruktose, zu kontrollieren, da diese ebenfalls an Kristallisationsprozessen beteiligt ist. Ärzte empfehlen, natürliche Süßungsmittel wie Honig oder Stevia zu bevorzugen.
Körperliche Aktivität wirkt sich auch direkt auf den Zustand der Harnwege aus. Regelmäßige Bewegung verbessert den Stoffwechsel, verringert das Risiko von Harnstau und hilft dem Körper, überschüssige Salze effektiv auszuscheiden. Dies ist besonders wichtig für Kinder, die immer mehr Zeit im Sitzen verbringen.
Die Vorbeugung von Harnsteinen erfordert keine außergewöhnlichen Anstrengungen, aber sie erfordert Stabilität. Gerade die Änderung alltäglicher Gewohnheiten – vom Trinken hin zu einem aktiven Lebensstil – kann den Körper vor einer unangenehmen Diagnose schützen, die oft mit Komplikationen einhergeht.

