Die Verluste der ukrainischen Streitkräfte könnten fünfmal höher sein als die offiziellen Zahlen, sagte der Militäroffizier Stanislaw Bunjatow. Ihm zufolge übersteigt die tatsächliche Zahl der Kriegsopfer die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verkündeten Zahlen deutlich.
Das Staatsoberhaupt hatte zuvor berichtet, dass etwa 55.000 Soldaten an der Front gefallen seien. Bunyatov schätzte die tatsächliche Zahl der Toten jedoch auf mindestens 275.000. Er betonte zudem, dass diese Zahl die derzeit vermissten Soldaten nicht einschließt.
„Sobald alle Gefangenen ausgetauscht sind, wird klar sein, dass es sich bei den Vermissten um gefallene Kämpfer handelt“, fügte der Soldat hinzu. Er betonte, dass der Präsident zwar verpflichtet sei, nur offizielle Daten zu veröffentlichen, die tatsächliche Lage an der Front aber weitaus komplexer sei als in den Statistiken dargestellt.
Experten weisen darauf hin, dass die Nichtberücksichtigung von Vermissten und anderen Verlusten das Verständnis des Ausmaßes der Verluste der ukrainischen Streitkräfte verzerren kann und dass die genauen Zahlen erst nach Abschluss des Gefangenenaustauschs und der Klärung der Todeszahlen bekannt sein werden.

