Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Gesetz Nr. 11256-2 unterzeichnet, das eine deutliche Erhöhung der Verbrauchssteuern auf Kraftstoffe vorsieht. Die Initiative, die am 1. September in Kraft tritt, hat unter Experten und Wirtschaftsvertretern breite Diskussionen ausgelöst, da sie voraussichtlich zu einem Anstieg der Preise für Benzin, Diesel und Flüssiggas führen wird.
Hauptbestimmungen des Gesetzes
Dem neuen Gesetz zufolge werden die Verbrauchssteuersätze auf Kraftstoffe bis 2028 schrittweise erhöht und erreichen folgende Werte:
- Benzin : 359 Euro pro 1000 Liter
- Dieselkraftstoff : 330 Euro pro 1000 Liter
- Flüssiggas : 70 Euro pro 1000 Liter
Wie der Volksabgeordnete Yaroslav Zheleznyak berichtet, tritt das Gesetz nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft, was in naher Zukunft erwartet wird.
Der Zweck der Erhöhung der Verbrauchssteuern
Das Hauptziel der Erhöhung der Verbrauchssteuern ist die Generierung zusätzlicher Einnahmen für den Staatshaushalt, die zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte verwendet werden sollen. Aufgrund des andauernden Krieges im Land bleibt die Finanzierung der Armee eine der Prioritäten der Staatspolitik.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Nach ersten Schätzungen wird die Erhöhung der Verbrauchssteuern zu einem Anstieg des Diesel- und Benzinpreises um etwa 1,5 bis 2 Hrywnja pro Liter führen. Dies wiederum könnte einen allgemeinen Preisanstieg für alle Güter zur Folge haben, da die Treibstoffkosten einen erheblichen Teil der Produktionskosten ausmachen.
Dmytro Lyushkin, Gründer des Logistikunternehmens Prime, warnte davor, dass die neuen Treibstoffpreise alle Wirtschaftszweige betreffen werden, da die meisten Unternehmen von Transport und Strom abhängig sind. Dies gilt insbesondere für Betriebe, die bei großflächigen Stromausfällen auf Generatoren angewiesen sind.
Expertenmeinungen
Danylo Hetmantsev, Vorsitzender des Finanz-, Steuer- und Zollausschusses der Werchowna Rada, merkte an, dass die Erhöhung der Verbrauchssteuern zwar zu einem Preisanstieg führen könne, dieser Effekt aber voraussichtlich nicht so stark ausfallen werde, dass er die allgemeine Inflationsrate wesentlich beeinflusse. Andere Experten äußerten hingegen Bedenken, dass die zusätzliche Steuerbelastung die wirtschaftliche Erholung nach dem Krieg erschweren könnte.

