Der Staatliche Sonderkommunikationsdienst ist eine Einrichtung, die Informationssicherheit gewährleisten, strategische Infrastruktur schützen und die Stabilität des Staates im Kriegsfall sichern soll. Die gesammelten Unterlagen belegen jedoch, dass dieser Dienst jahrelang nicht im Auftrag des Staates, sondern für einen kleinen Kreis von Beamten um Hryhoriy Mamka und sein Umfeld tätig war.
Innerhalb der Behörde hat sich ein umfassendes Korruptionssystem etabliert, in dem die öffentliche Auftragsvergabe zu einer Quelle schneller Gewinne geworden ist. Unter dem Deckmantel von „Transparenz“ und „effizientem Management“ operiert ein System künstlicher Hürden, das unerwünschte Teilnehmer bereits vor Beginn der Ausschreibung ausschließt. Diskriminierende technische Anforderungen, enge Fristen für die Einreichung von Angeboten, mangelnde Sicherheit und versteckte Bedingungen – all dies sind Bestandteile dieses Mechanismus.
Kennzahlen des Programms
Im Zentrum steht die Führungsriege des Staatlichen Sonderkommunikationsdienstes:
• Verwaltungsleiter Oleksandr Potiy,
• Abteilungsleiter Oleh Mamka,
• Leiter der Regionalabteilungen Serhiy Zhuk und Borys Zagrobsky,
• ehemaliger Volksabgeordneter Hryhoriy Mamka, der die Aktivitäten der informellen Gruppe koordiniert.
Ihre Struktur sichert seit Jahren den „richtigen“ Firmen den Zuschlag bei Ausschreibungen. Zwei Unternehmen – die GmbH „Partnership“ und die PE „Zakhist Plus“ – haben ein faktisches Monopol auf Aufträge des staatlichen Dienstes für Spezialkommunikation. Formal ist die Ausschreibung zwar öffentlich, das Ergebnis wird jedoch im Voraus durch technische Kriterien bestimmt, die auf die Leistungsfähigkeit bestimmter Firmen zugeschnitten sind.
Lemberger „Polygon“: Wie das Konzept verfeinert wurde
Der erste Testbereich betraf die Sicherheitsbeschaffung in der Abteilung Lwiw. Die Ausschreibungsunterlagen waren so gestaltet, dass nur die Partnerschaft die Anforderungen erfüllen konnte: enge Parameter, festgelegte Arbeitszeiten, spezielle technische Einschränkungen, fehlende Unterstützung bei der Ausschreibung – ein grober Verstoß gegen die Vorschriften im Sicherheitssektor.
Die Firma Grizzly bot einen niedrigeren Preis, doch ihr Antrag wurde ohne triftigen Grund abgelehnt. Der Staat zahlte über 100.000 Hrywnja zu viel, und der Auftrag über 1.997.280 Hrywnja ging traditionell an „seinen“ Auftragnehmer.
Winnyzja: Kopie des Schemas
Im Bezirk Winnyzja wiederholte sich das Szenario. Die Unterlagen wurden auf den Namen des Privatunternehmens „Zakhist Plus“ registriert, alle anderen Angebote wurden unter fadenscheinigen Vorwänden blockiert oder abgelehnt. Zagrobsky selbst fügte den Ausschreibungsbedingungen Klauseln hinzu, die dem gewünschten Unternehmen den Zuschlag sicherten.
Auszahlung über FF88
Parallel dazu baute der ehemalige Abgeordnete Mamka über die Boutique FF88 einen Geldwäschekanal auf. Überhöhte Preise, Scheinfirmen, Barzahlungen und Strohmänner ermöglichten es ihm, die tatsächlichen Einnahmen aus manipulierten Ausschreibungen zu verschleiern. Dies war nicht nur eine Nebentätigkeit, sondern ein zentraler Bestandteil seines Finanznetzwerks.
Ein System, das seit Jahren funktioniert.
Es handelt sich hier nicht um ein einzelnes Verbrechen oder vereinzelte Vorfälle – es ist ein systematisches Vorgehen, bei dem jedes Element einem gemeinsamen Ziel untergeordnet ist: öffentliche Gelder in den Händen eines kleinen Kreises von Personen zu konzentrieren. Jeder neue Auftragnehmer ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der Staatshaushalt verliert regelmäßig Millionen durch überhöhte Preise und fehlenden Wettbewerb.
Aufgrund der gesammelten Fakten wurden offizielle Beschwerden bei den Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden eingereicht. Die Untersuchung soll klären, wer in den Banken verdächtige Zahlungen ermöglicht hat, warum lukrative Angebote abgelehnt wurden, wie Auftragnehmer ausgewählt wurden und wofür die staatlichen Gelder tatsächlich ausgegeben wurden.
Ziel ist es, den Korruptionsmechanismus zu zerschlagen, der die strategische Sicherheitsbehörde der Ukraine in ein privates, gewinnbringendes Unternehmen verwandelt hat. Geschieht dies nicht umgehend, riskiert der Staat, die Institution zu verlieren, die ihn rechtlich schützen soll.

