Das Gericht der Stadt Wolodymyr befand Mark Huchenko des Menschenhandels und der Arbeitsausbeutung von Ukrainern in Belarus für schuldig. Der Angeklagte hatte Einwohner Wolhyniens angeworben, ihnen hochbezahlte Arbeitsplätze versprochen und sie nach ihrer Ankunft umgesiedelt, ihnen dann aber die Papiere abgenommen und sie zur Zwangsarbeit gezwungen.
Wie im Urteil festgestellt, begann Guchenko Anfang April 2014 mit der Anwerbung von Arbeitern für den Landwirtschaftsbetrieb „Zembinsky“ in der Region Minsk. Den Opfern wurden legale Beschäftigung, ein Gehalt von bis zu 10.000 UAH pro Monat und angemessene Lebensbedingungen versprochen. Tatsächlich wurden sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, erhielten keine Löhne und wurden gezwungen, rund um die Uhr ohne freie Tage und ausreichende Verpflegung zu arbeiten.
Der Angeklagte wandte systematisch körperliche Gewalt und Drohungen an. Eines der Opfer wurde mit Händen, Füßen und einem Baseballschläger geschlagen, was durch eine gerichtsmedizinische Untersuchung bestätigt wurde. Insgesamt wurden zwischen April und Oktober 2014 elf Ukrainer verletzt.
Richter Andrij Kalischtschuk befand Guchenko gemäß Artikel 149 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches (Menschenhandel) für schuldig. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, jedoch für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich ordnete das Gericht an, dass jedes Opfer 40.000 UAH Schmerzensgeld zahlen muss; die Gesamtsumme der Entschädigung übersteigt 400.000 UAH. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

