Wie man Geldstrafen wegen Nichterscheinens zu einer Vorladung vermeidet

Die Mobilmachung in der Ukraine geht weiter, und damit wächst auch die Zahl der Fragen für Wehrpflichtige. Der neue Gesetzentwurf Nr. 10449 sieht hohe Geldstrafen und sogar strafrechtliche Verfolgung bei Verstößen gegen die Wehrpflicht vor. Juristen erläuterten, welche Strafen drohen, in welchen Fällen und wie man ungerechte Bestrafungen vermeiden kann.

Wer einer Vorladung zur Datenerhebung oder zur militärärztlichen Untersuchung nicht nachkommt, muss mit einer Geldstrafe von 17.000 bis 25.000 Hrywnja . Dies gilt sowohl für diejenigen, die das Einschreiben ignoriert haben, als auch für diejenigen, die die Vorladung zwar abgeholt, aber nicht beim zuständigen Rekrutierungszentrum erschienen sind.

Die Höhe der Geldbuße richtet sich nach den Umständen des Verstoßes. Beim ersten Verstoß wird meist die Mindeststrafe von 17.000 Hrywnja verhängt. Bei wiederholten Verstößen kann die Geldbuße den Höchstbetrag erreichen.

Die schwersten Konsequenzen drohen bei Nichterscheinen zum Wehrdienst, der nach der Volksbefreiungsversammlung (VLK) für wehrtauglich befundene Personen angeordnet wird. Die Wehrdienstverweigerung ist in Artikel 336 des ukrainischen Strafgesetzbuches geregelt und wird mit einer Freiheitsstrafe von drei bis fünf Jahren .

Allerdings können Gerichte mildernde Umstände, wie beispielsweise gesundheitliche Probleme, berücksichtigen und eine Bewährungsstrafe verhängen.

Die Zustellung von Vorladungen muss eindeutigen gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Wird das Dokument in einen Briefkasten eingeworfen oder von Nachbarn oder Verwandten übergeben, gilt es nicht als zugestellt. Nur die persönliche Entgegennahme der Vorladung mit Bestätigung der Unterschrift des Betroffenen berechtigt zur Verhängung von Geldstrafen.

Laut Rechtsanwalt Dmytro Franchuk gilt eine per Einschreiben versandte Vorladung nur dann als zugestellt, wenn der Adressat sie persönlich entgegengenommen und die Zustellungsbestätigung unterzeichnet hat.

Rechtsanwälte raten dazu, Verstöße bei der Zustellung von Vorladungen zu dokumentieren. Sollten Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit der verhängten Geldstrafe haben, wenden Sie sich bitte an das Gericht.

Gründe für einen Einspruch gegen Bußgelder können sein:

  • Falsche persönliche Angaben in der Vorladung.
  • Unsachgemäße Zustellung eines Dokuments.
  • Es fehlen Beweise dafür, dass der Wehrpflichtige eine Einberufung erhalten hat.

Juristen weisen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer gerichtlichen Aufhebung einer Geldstrafe bei begründeten Einwänden bei etwa 40 % . Ein Beispiel hierfür ist das Stadtgericht Wolodymyr-Wolynskyj, wo eine Geldstrafe wegen Verstoßes gegen die Zustellungsbestimmungen aufgehoben wurde.

Das Mobilmachungsgesetz hat bereits eine Klagewelle ausgelöst. Im Jahr 2023 befassten sich die Gerichte mit über 5.000 Fällen, in denen Geldstrafen angefochten wurden. Im Durchschnitt wurden nur 15 bis 20 % dieser Fälle zugunsten der Wehrpflichtigen entschieden.

Experten prognostizieren, dass die Gerichte nach Kriegsende mit einem deutlichen Anstieg der Anzahl solcher Fälle konfrontiert sein könnten.

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