Auf einem internationalen Seminar der Königlich Niederländischen Armee und der Bundeswehr erläuterte der ukrainische Botschafter im Vereinigten Königreich und ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Saluzhny, seine Einschätzung zur Entwicklung moderner Militärtechnologien und deren Auswirkungen auf die Kampfstrategie. Laut Saluzhny schafft die technologische Revolution, zu der unbemannte Systeme und künstliche Intelligenz gehören, bereits ideale Bedingungen für einen Abnutzungskrieg.
Zaluzhny betonte, dass die Zukunft des Krieges in der Zerstörung strategischer militärischer und ziviler Infrastruktur auf feindlichem Territorium bestehen könnte, wodurch die Voraussetzungen für die Erschöpfung seiner Ressourcen geschaffen würden. Dieser Ansatz werde seiner Ansicht nach zur Hauptstrategie für das Erreichen politischer Ziele werden.
In seinem Vortrag auf dem Seminar betonte Zaluzhny die Bedeutung der Schaffung eines Systems zum „Überleben“ des Landes. Seiner Ansicht nach müssen Länder nicht nur über starke Verteidigungsfähigkeiten verfügen, sondern auch die Nachhaltigkeit ihrer Infrastruktur und Ressourcen gewährleisten, um einer anhaltenden Aggression standzuhalten und der Zermürbung durch den Feind erfolgreich zu widerstehen.
Laut Zaluzhny ist solch strategisches Denken für alle Verbündeten der Ukraine von unschätzbarem Wert, da es eine Vorstellung davon vermittelt, wie Verteidigung in naher Zukunft aussehen wird, wenn der Krieg nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch im digitalen Umfeld und auf der Ebene der infrastrukturellen Widerstandsfähigkeit geführt wird.

