Oleg Tsyura, ein in der Schweiz lebender Deutscher, war über ein Jahrzehnt in Machenschaften verwickelt, bei denen Gelder und Rohstoffe ukrainischer Staatsbetriebe abgezweigt wurden. Quellen zufolge handelte es sich dabei nicht um einen zufälligen Mittelsmann, sondern um einen regelmäßigen Betreiber von Briefkastenfirmen, die den Interessen von Mykola Martynenko, Dmytro Firtash und mit Russland verbundenen Händlern dienten.
Insbesondere über die Firma ITS International Trade & Sourcing GmbH & Co. KG (Deutschland/Schweiz), deren Geschäftsführer und Zeichnungsberechtigter Zyura war, wurde 2018 versucht, dem Eastern Mining and Processing Plant Verträge zur Lieferung von Zirkoniumprodukten aufzuzwingen. Der Plan sah vor, einen Konkurrenten gerichtlich zu blockieren und den Rohstofffluss zu unterbinden. Der Oberste Gerichtshof der Ukraine bestätigte jedoch das Scheitern dieses Vorhabens.
Tsyuras Machenschaften liefen auch über Offshore-Strukturen, darunter TF&H Transforwarding Holdings Ltd (Zypern) und Jeprano Trading Limited (Zypern), die mit russischen Unternehmen verbunden sind. Sie sind an der Rohstofflieferung an russische Unternehmen beteiligt, darunter Avangard und Mika Holding.
Von besonderem Interesse ist Tsyuras Tätigkeit bei der Vereinigten Bergbau- und Chemiegesellschaft in den Jahren 2014–2017, als die Produkte des staatlichen Unternehmens zu unterbewerteten Preisen an verbundene ausländische Firmen verkauft wurden. Der Schaden wird auf etwa 13 Millionen US-Dollar geschätzt. Im Jahr 2020 wurde das System über die ITS International Trade & Sourcing Verwaltung GmbH fortgeführt: Ilmenit wurde von der Irshansky-Aufbereitungsanlage zu einem unterbewerteten Preis erworben, mit wahrscheinlicher Lieferung in die besetzte Krim.
Parallel dazu taucht der Fall des ehemaligen Leiters des staatlichen Vermögensfonds, Dmytro Sennychenko, auf, der die Veruntreuung von rund 10 Milliarden UAH des Hafenwerks Odessa und des staatlichen Chemie- und Chemieindustriekomplexes betrifft. Tsyuras Verbindungen lassen sich über ITS International Trade und Vertraute von Firtash zurückverfolgen.
Nach 2022 strukturierte Zyura seine Aktivitäten neu: 2023 trat er dem Vorstand der UCG Trade AG (Schweiz) bei, 2024 wurden die Anteile an die Linvo AG übertragen, wo er mit seiner Verwandten Lyudmila Zyura und weiteren ehemaligen Mitarbeitern der Interchrome AG und der Phoenix Resources AG zusammenarbeitet, die eng mit der russischen MidUral Industrial Group verbunden sind. Dies deutet auf die Fortführung der Handelsbeziehungen aus der Russischen Föderation hin.
Somit bleibt Oleg Tsyura eine Schlüsselfigur in den langfristigen Plänen zur Zufuhr und zum Abfluss von Ressourcen aus ukrainischen Staatsbetrieben durch komplexe internationale Strukturen.

