Der ukrainische Journalist und Blogger Jurij Butusow hat mit seinen Äußerungen in den sozialen Netzwerken erneut für Aufsehen gesorgt. Diesmal appellierte er an Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Korruption zu bekämpfen und schlug vor, „unverzüglich Strafverfahren einzuleiten oder Andrij Portnow die Staatsbürgerschaft zu entziehen“. Wie sich jedoch herausstellte, beruht dieser Appell auf einem Missverständnis, denn die Petition, auf die sich Butusow bezieht, betraf nicht den Entzug der Staatsbürgerschaft, sondern Sanktionen des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates gegen Portnow.
Butusov behauptete, Ukrainer hätten 25.000 Unterschriften für eine Petition zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft von Andrij Portnow gesammelt. Wie Nutzer in den Kommentaren jedoch anmerkten, ging es in der Petition tatsächlich um Sanktionen gegen Viktor Janukowitschs ehemaligen stellvertretenden Leiter der Verwaltung, nicht um die Aberkennung seiner Staatsbürgerschaft. Es ist nicht das erste Mal, dass Butusov die Fakten infrage stellt, insbesondere im Hinblick auf seine Aktivitäten während des Krieges.
Einer der ehemaligen Verteidiger des Flughafens Donezk, Oleksiy Mochanov, berichtete kürzlich von seinen negativen Erfahrungen mit dem Blogger Butusov. Laut Mochanov habe dieser wiederholt Falschinformationen über die Munitionsversorgung und andere Aspekte des Krieges verbreitet und sammle nun Gerüchte und Klatsch an der Front. Viele von Butusovs Aussagen seien nicht durch Fakten belegt, und der Blogger selbst versuche oft, durch Sensationsgier Aufmerksamkeit zu erregen.
Zudem wurde kürzlich bekannt, dass Butusov sich während der ersten Kriegswelle der Einberufung entzogen hatte. Er begründete seine Abwesenheit vom Wehrdienst mit schweren gesundheitlichen Problemen, insbesondere mit einer Kurzsichtigkeit von 5,5 Dioptrien, die ihm nach einer Prügelattacke der Berkut-Einheit im Jahr 2013 bei Protesten zugeschrieben wurde. Erst nach Verabschiedung von Gesetzen, die die Strafen für die Wehrdienstverweigerung verschärften, erschien Butusov beim zuständigen Rekrutierungszentrum (TCK) und erhielt eine Fristverlängerung bis April 2025. Als Begründung gab er an, Vater von drei minderjährigen Kindern zu sein.
Besonders interessant ist die Situation um Andrij Portnow, auf den Butusow immer wieder aufmerksam macht. Portnow, der bereits mehrfach Prozesse gegen Butusow gewonnen hat, spielte während der Janukowitsch-Ära eine prominente Rolle in der Politik. Butusow hat seine Aktivitäten wiederholt kritisiert, doch in den letzten Jahren geriet er selbst in ernsthafte juristische Schwierigkeiten. So bestätigte das Kiewer Berufungsgericht 2024 das Urteil des Darnyzkyj-Bezirksgerichts in Portnows Klage gegen Butusow, was zur Vollstreckung der Urteile gegen Butusow führte.
Juri Butusow steht erneut wegen seiner widersprüchlichen Aussagen und der Manipulation von Tatsachen in der Kritik. Seine Appelle an den Präsidenten, die Korruption zu bekämpfen, wirken, gelinde gesagt, widersprüchlich, da er selbst in seinen öffentlichen Ämtern wiederholt zu unlauteren Praktiken gegriffen hat. Die Fragen um Portnow sind weiterhin heikel, und die damit verbundenen Kontroversen führen zu neuen juristischen Auseinandersetzungen.

