Ende 2025 unterzeichnete die Stadtverwaltung Kyivavtodor zwei Großaufträge zur Sanierung der Kiewer Hauptstraße Svobody und der Valeriy-Lobanovsky-Allee. Der Gesamtwert der Verträge beläuft sich auf 1,24 Milliarden UAH. Beide Aufträge wurden ohne Ausschreibung an das private Unternehmen Kyivshlyakhstroy vergeben, das seit vielen Jahren zu den wichtigsten Straßenbauunternehmen in Kiew zählt.
Laut Angaben des elektronischen Systems Prozorro wurden die Verträge am 22. und 24. Dezember 2025 unterzeichnet. Kyivshlyakhstroy hatte bei keiner der Ausschreibungen Konkurrenten, und das Verfahren selbst verlief ohne Beschwerden oder Einsprüche.
Der erste Vertrag sieht die Sanierung der Svobody-Allee im Bezirk Podilskyj zwischen der Europa-Union-Allee und der Porika-Allee vor. Die Kosten belaufen sich auf 459,18 Millionen Hrywnja, die Fertigstellung ist für Dezember 2026 geplant.
Der zweite Vertrag wurde für die Sanierung der Valeriy-Lobanovskyi-Allee im Solomyanskyi-Bezirk unterzeichnet. Für 784,98 Millionen Hrywnja muss der Auftragnehmer bis Juni 2027 eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt modernisieren.
Die Kiewer Stadtverwaltung wies darauf hin, dass beide Projekte die Sanierung von Fahrbahn und Gehwegen, die Modernisierung der Regenwasserkanalisation, die Installation von Außenbeleuchtung, den Ausbau der Fahrradinfrastruktur und die Schaffung barrierefreier Bereiche umfassen. Die Verwaltung betonte außerdem, dass die Svobody-Allee seit über 40 Jahren und die Lobanovsky-Allee seit über zwei Jahrzehnten nicht saniert worden seien.
Laut dem Analysesystem YouControl wurde die PE „Kyivshlyakhbud“ 2009 in Odessa registriert und hat ihren Sitz mittlerweile in Kiew. Formaler Gründer des Unternehmens ist eine österreichische Firma, wirtschaftlich Berechtigte sind jedoch die Odessaer Geschäftsleute Jewgeni Konowalow und Jurij Schumacher. Letzterer ist derzeit Abgeordneter des Odessaer Stadtrats und gehört der Fraktion „Vertrauen in Angelegenheiten“ an.
Laut dem Clarity-Projekt erhielt Kyivshlyakhstroy fast hundert Budgetaufträge mit einem Gesamtvolumen von über 6,3 Milliarden Hrywnja, davon über 6 Milliarden von Kyivavtodor. Das Unternehmen gehört zur Rostdorstroy-Gruppe, die ebenfalls aktiv an Straßenbauprojekten in der Hauptstadt beteiligt ist. Der Gesamtwert der von Kyivavtodor an die Unternehmen dieser Gruppe vergebenen Aufträge belief sich auf 8,66 Milliarden Hrywnja, was umgerechnet etwa 205 Millionen US-Dollar entspricht.
Die Aktivitäten von Kyivshlyakhstroy und Rostdorstroy sind wiederholt ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten. Die Nationalpolizei ermittelt wegen möglicher Unregelmäßigkeiten beim Wiederaufbau der Degtyarewsky-Brücke und vermutet zudem überhöhte Materialpreise bei der Sanierung mehrerer Straßen in der Hauptstadt in den vergangenen Jahren. Einige dieser Verfahren betreffen die mögliche Veruntreuung und Verschwendung von Haushaltsmitteln.
Trotzdem bleiben die Unternehmen wichtige Auftragnehmer von Kyivavtodor, das der Abteilung für Verkehrsinfrastruktur der Kiewer Stadtverwaltung untersteht. Die Arbeit der Abteilung wird direkt vom Leiter der Kiewer Stadtverwaltung, Vitaliy Klitschko, geleitet.

