Am 22. März gedenken orthodoxe Gläubige des heiligen Märtyrers Basilius von Ankyra, der im 4. Jahrhundert lebte und wegen seines Glaubens verfolgt wurde. Er war Arzt, wurde später Priester und Bischof der Stadt Ankyra. Zu jener Zeit unterstützte Kaiser Julian der Apostat die arianische Häresie, die die Göttlichkeit Christi leugnete. Basilius prangerte die Häretiker öffentlich an und rief die Christen zur Treue zur Orthodoxie auf. Dafür wurde er gefoltert und starb den Märtyrertod.
Dieser Tag fällt auf den Samstag der dritten Woche der Großen Fastenzeit. Die Kirche ruft die Gläubigen auf, der Verstorbenen im Gebet zu gedenken, nicht in tiefe Trauer zu verfallen, sondern in ihrem Andenken Gutes zu tun. Die Menschen besuchen die Kirchen, hinterlassen Gebetsbriefe und wenden sich auch zu Hause an Gott mit der Bitte um den ewigen Frieden der Seelen ihrer verstorbenen Eltern.
Nach dem alten julianischen Kalender gedenkt man an diesem Tag der vierzig Märtyrer von Sebaste, Krieger, die starben, weil sie sich weigerten, dem christlichen Glauben abzuschwören. Sie wurden gezwungen, in einem zugefrorenen See zu stehen, und nur einer hielt der Prüfung nicht stand. Ein anderer Krieger, beeindruckt von ihrer Standhaftigkeit, nahm seinen Platz ein. Dieser Feiertag war mit dem Frühlingsbeginn verbunden. Traditionell backten Hausfrauen vierzig Lerchen – zeremonielle Brötchen in Form einer Vogelschar, die das Erwachen der Natur symbolisierten.
Der 22. März ist im Volksmund als Vasyl Teply bekannt. Man glaubte, dass an diesem Tag die Natur endlich aus dem Winterschlaf erwacht und das Wetter die Ernte verrät. Rote Sonnenstrahlen im Morgengrauen verheißen eine gute Ernte. Krähen, die man vom Hirten kauft, kündigen wärmeres Wetter an, und kleine Wolken am Himmel bedeuten, dass man auf einen Wetterumschwung warten sollte. Blüht am 22. März eine Blume im Haus, gilt dies als gutes Omen für die Bewohner.
An diesem Tag erinnert die Kirche an die Notwendigkeit spiritueller Reinheit. Gläubige werden angehalten, Streit, Verleumdung, Klatsch und Neid zu meiden. Es ist verboten, Bedürftigen Hilfe zu verweigern. Am Vatertagssonntag darf man der Verstorbenen nicht mit Alkohol oder lauten Festen gedenken. Auch volkstümliche Bräuche besagen bestimmte Verbote: Man soll nicht fegen, den Müll rausbringen, waschen oder nähen, um das Wohlbefinden nicht mit dem Haus „wegzufegen“.
In orthodoxen Kirchen wenden sich die Gläubigen am 22. März mit Gebeten an den Heiligen Basilius um Heilung, inneren Frieden und Stärkung des Glaubens. Da die Fastenzeit noch andauert, ist es an diesem Tag erlaubt, warme Speisen mit Öl zu essen. Im Mittelpunkt des Fastens stehen jedoch nicht nur die Einschränkungen beim Essen, sondern auch die spirituelle Reinigung. Die Kirche betont daher die Wichtigkeit, Gedanken, Worte und Taten zu kontrollieren.
Heute feiern Vasyl, Daria und Taisiya ihren Namenstag. Nach dem alten Kalender feiern auch Alexander, Alexey, Dmitry, Ivan, Kirill, Mikhail, Natalia, Nikolay, Peter, Sergey, Taras und Valery den Namenstag des Engels.

