Ukrainer werden für laute Autos bestraft

Ukrainische Autofahrer, die ihre Motoren laut aufheulen lassen, müssen künftig mit empfindlichen Geldstrafen – zwischen 17.000 und 34.000 Hrywnja – rechnen. Bei wiederholten Verstößen droht zudem der Führerscheinentzug. Ziel der Initiative ist die Bekämpfung von Lärmbelästigung in Städten, insbesondere nachts.

Was sieht Gesetzesentwurf Nr. 9564 vor?

Dem Gesetzestext zufolge sind die Bußgelder in zwei Stufen unterteilt:

  • Erster Verstoß: Geldstrafe von 17.000 Hrywnja.
  • Wiederholter Verstoß: Geldstrafe von bis zu 34.000 Hrywnja und möglicher Entzug der Rechte für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten.

Die Polizei wird die Verstöße protokollieren und das Material an das Gericht weiterleiten, wo die endgültige Entscheidung über die Strafe getroffen wird.

Folgende Verstöße können mit Geldstrafen belegt werden:

  • Autobesitzer, die die Abgasanlage modifizieren, um den Lärmpegel zu erhöhen.
  • Fahrer, deren Fahrzeuge die Lärmschutzbestimmungen überschreiten.
  • Fans von nächtlichen Straßenrennen und Driften.

Laut Experten könnten diese Regeln jedoch nicht nur laute Sportwagen betreffen, sondern auch Lastwagen, Busse und sogar militärische Ausrüstung.

Der Mechanismus zur Lärmschutzregulierung ist weiterhin unklar. Laut dem Experten Mykola Ilchuk verfügt die Polizei derzeit nicht über spezielle Lärmmessgeräte, und deren Anschaffung und Implementierung könnten erhebliche Zeit in Anspruch nehmen.

Zu den weiteren Schwierigkeiten:

  • Mangelnde technische Ausrüstung. Der Polizei fehlen Geräte zur Messung des Lärmpegels, und deren Anschaffung erfordert erhebliche finanzielle Mittel.
  • Unzureichende Schulung. Selbst wenn die Geräte verfügbar sind, müssen die Polizeibeamten klare Anweisungen erstellen und Schulungen absolvieren.
  • Fehlende obligatorische technische Inspektion. Ohne regelmäßige technische Inspektion ist es schwierig nachzuweisen, dass der zulässige Lärmpegel überschritten wird.

„Die Anschaffung der Geräte ist nur die halbe Miete. Es wird schwieriger sein, die Polizisten im Umgang mit ihnen zu schulen und Verfahren zur Überprüfung zu entwickeln“, bemerkt Ilchuk.

Trotz der erklärten Absichten bezweifeln Experten, dass das Gesetz schnell umgesetzt werden kann. Die Ukraine hat im Rahmen eines Abkommens mit der EU zugesagt, die obligatorischen Fahrzeugprüfungen wieder einzuführen, doch dieser Prozess wird nicht vor Kriegsende abgeschlossen sein.

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müssen sich die Fahrer an die neuen Regeln gewöhnen. Die Umsetzung von Bußgeldern erfordert jedoch erhebliche Änderungen – von der Anschaffung von Ausrüstung bis hin zur Entwicklung eines neuen Kontrollsystems.

Ob das neue Gesetz ein wirksames Mittel zur Bekämpfung von Lärmbelästigung sein wird, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Derzeit erscheint seine Umsetzung eher als langfristiges Unterfangen denn als schnelle Lösung.

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