Viele Menschen schalten vor dem Schlafengehen den Fernseher oder eine Fernsehserie ein, um sich zu entspannen und schneller einzuschlafen. Für manche wird dieses Abendritual sogar zur Notwendigkeit, insbesondere wenn sie Einschlafprobleme haben. In diesem Fall dient der Fernseher als ablenkende Hintergrundberieselung, die hilft, ängstliche Gedanken zu vertreiben.
Wissenschaftler warnen jedoch: Das Einschlafen mit eingeschaltetem Fernseher kann der Gesundheit ernsthaft schaden. Studien zeigen, dass Schlafen in einem Zimmer mit eingeschaltetem Bildschirm die Schlafqualität verschlechtert, den natürlichen Biorhythmus des Körpers stört und das Risiko für Übergewicht erhöht. Insbesondere Frauen, die mit eingeschaltetem Fernseher einschlafen, neigen eher zu Fettleibigkeit als Frauen, die in völliger Dunkelheit schlafen.
Melatonin, ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert und zudem Stoffwechsel und Immunsystem beeinflusst, spielt dabei eine Schlüsselrolle. Bildschirmlicht hemmt seine Produktion, wodurch der Körper nachts nicht mehr richtig regenerieren kann. Störungen des zirkadianen Rhythmus gehen mit einem Anstieg der Stresshormone einher, was das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht.
Zudem stört das Einschlafen mit eingeschaltetem Fernseher den normalen Schlafrhythmus. Man schläft weniger und erreicht seltener die Tiefschlafphase, die für die Erholung entscheidend ist. Chronischer Schlafmangel wiederum führt zu gesteigertem Appetit, verminderter körperlicher Aktivität und dem Bedürfnis, Müdigkeit mit Koffein und schnell verfügbaren Kohlenhydraten zu kompensieren.
Experten betonen, dass Licht und Geräusche vom Bildschirm den Schlaf oberflächlich machen, zur Müdigkeit beitragen und den allgemeinen Gesundheitszustand allmählich verschlechtern. Deshalb empfiehlt es sich für einen erholsamen Schlaf, auf den Fernseher im Schlafzimmer zu verzichten und eine möglichst dunkle und ruhige Schlafumgebung zu schaffen.

