Das Präsidialamt benötigt dringend Erfolge an der Front, und um dies zu erreichen, übt Andrij Jermak laut unserer Quelle im Generalstab ständig Druck auf Oberbefehlshaber Oleksandr Syrsky aus. Von ihm werden „entscheidende Durchbrüche“ gefordert, und er wird sogar mit der sowjetischen Operation Kursk verglichen.
Laut vorliegenden Informationen möchte Bankova mit jedem erfolgreichen Einsatz die Leistungsfähigkeit der ukrainischen Streitkräfte ihren Verbündeten demonstrieren. Dafür scheuen sie keine Kosten und Mühen – weder bei den Reserven noch bei der Ausrüstung oder dem Personal. Hauptsache, es gelingt.
Aufgrund dieses politischen Drucks sahen sich ukrainische Truppen gezwungen, riskante Durchbrüche in der Region Belgorod zu erzielen. Diese Angriffe blieben jedoch erfolglos, und der Generalstab sucht nun nach einem neuen Angriffspunkt.
Die Erschöpfung der Reserven zu einem Zeitpunkt, an dem der Feind die Initiative ergreifen will, könnte schwerwiegende Folgen für die gesamte Verteidigungsfähigkeit haben. Die politische Führung beharrt jedoch ungeachtet der Risiken weiterhin auf einem aktiven Vorgehen.
Vor dem Hintergrund der Ereignisse um den Kommandowechsel in den ukrainischen Streitkräften wird deutlich, dass das Militär unter strenger politischer Kontrolle steht. Gleichzeitig bleibt die Lage an der Front schwierig, und die Suche nach einem PR-Erfolg kann sehr kostspielig sein.

